Mit ‘Teersand’ getaggte Artikel

Streit zwischen Rösler und Röttgen: Deutschland blockiert Umweltschutz weltweit

Freitag, 09. Dezember 2011

Wie gerne rühmen wir Deutschen uns wegen unserer ach so umweltfreundlichen Gesinnung. Und tatsächlich, große, nach außen sichtbare Dinge gelingen uns auch recht gut. CO2 Ausstoß seit 1990 um 20% gesenkt, Atomausstieg als erste Industrienation beschlossen, Mehrwegpfand-System klingen gut.

 

Doch leider ist die praktische Umsetzung in der täglichen Arbeit nicht immer so flüssig. Im Moment bremsen wir bei einem wichtigen Thema nämlich die gesamte EU aus. Grund: kleinlicher Koalitionsstreit zwischen FDP und CDU. Die Financial Times Deutschland berichtet in ihrer heutigen Ausgabe ausführlich darüber.

 

Um was geht es? Im von der Natur so reich gesegneten Kanada macht man sich seit einigen Jahren daran, Wälder abzuholzen, Landschaften umzupflügen, große Mengen giftiger Stoffe auszubreiten und riesige Gebiete Natur auf Jahrzehnte zu verwüsten. Der Hintergrund: ab einem Ölpreis von ca. 60 Dollar rechnet sich die extrem aufwendige Gewinnung von Öl aus Teersand. Weiteres dazu können Sie auch in unserem Blog vom 21.9.2011 „Teersandabbau: Das dreckige Geschäft Kanadas“.

 

In der EU gilt seit 2009 eine Richtlinie, nach der die Kraftstoffanbieter zur Reduktion von Treibhausgasen Ihren CO2 Anteil um 6% bis 2020 reduzieren müssen. Dabei ist wichtig, wieviel Gramm CO2 pro Megajoule eine bestimmte Art Kraftstoff zur Produktion benötigt. Normales Öl wie es derzeit in der Golfregione gefördert wird, kommt auf 87,5 Gramm pro MJ. Öl aus Teersanden wird mit 107 g pro MJ gewertet, 20% mehr.

 

Denn die Gewinnung ist rund 5x CO2-schädlicher als die von herkömmlichem Öl. Denn Teersande müssen mühsam im Tagebau ausgebaggert und dann ausgepresst werden. Der Umweltkämpfer und frühere US Vizepräsident Al Gore: „Wer einen Toyota Prius mit Teersanden fährt hat eine Ökobilanz wie ein Hummer.“

 

Wer einen Prius mit Teersand Benzin fährt, hat eine Ökobilanz wie ein "Hummer".

Mit dem hohen Wert von 107 g pro MJ wäre das kanadische Öl quasi unverkäuflich in der EU. Bei einem Marktanteil von nur 0,01 % in  Europa zwar kein direktes Problem, aber: der Imageschaden wäre weltweit enorm, die globalen Absatzschancen langfristig geschrumpft.

 

In den EU-Gremien wird derzeit um den für Teersand festzulegenden Wert gestritten. Wirtschaftlich mit dem Teersand verbundene Länder wie Großbritannien (durch BP und Shell), die Niederlande, Polen und Estland sind für einen niedrigen Wert. Die meisten anderen Ländern sind für einen hohen Wert. Entscheidend ist jetzt die Haltung Deutschlands.

 

Da wir zum einen keine wirtschaftlichen Interessen haben, zum anderen ökologische Musterknaben sein wollen, eigentlich eine klare Sache. Doch als am vergangenen Freitag entschieden werden sollte, hatte Deutschland noch keine Meinung (!). Die Entscheidung wurde vertagt, nach Angaben der FTD auf den 19. Dezember 2011.

 

Der Grund ist trival – in der Koalition wird wieder gestritten. Dieses Mal zwischen Umweltminister Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rösler (FDP). Greenpeace Beobachter sehen die Lage klar: „Das Wirtschaftsministerium bremst“.

 

Schade, schade: Unsere Fasade glänzt, doch wer in den Hinterhof der Alltags-Politik und Entscheidungen Deutschlands schaut, wird enttäuscht. Dabei ist der Abbau von Teersanden eine der größten Umweltsünden die wir kennen.

 

Stimmen Sie mit den Füßen ab: mit unseren Musterdepots sind sie auf der sicheren Seite – ohne Shell, BP oder wie die Sündenfälle der Ölbranche auch immer heißen. Investiern in grüne Energie – das ist unsere Aufgabe. Vielleicht ist unser Musterdepot Sicherheit 2000+ Ethik für Sie interessant. Oder unser Waldprojekt „Energiewald“ – denn dort werden keine Naturwälder abgeholzt, sondern vor der Abholzung geschont.

Teersandabbau: Das dreckige Geschäft von Kanada

Mittwoch, 21. September 2011
Teersand

Teersand in Kanada: Der Abbau ist teuer, aufwendig und extrem umweltschädlich.

Der britischen Tageszeitung „Guardian“ zufolge, soll Kanada in den letzten Jahren enorme Lobbyarbeit in Europa betrieben haben. Damit keine Auswirkungen auf den demnächst kommenden kanadischen Handel mit Öl aus Teersand entstehen, soll die dortige Regierung versucht haben, Einfluss auf die europäische Verkehrspolitik zu nehmen.

 

Teersandabbau ist sehr kostspielig und mit hohem Aufwand verbunden, viel schlimmer ist jedoch, dass er große Schäden an der Umwelt und dem Klima anrichtet. Es wird davon ausgegangen, dass beim Abbau von Teersand die fünffache Dosis an Treibhausgasen freigesetzt wird wie bei der Gewinnung von konventionellem Öl. Rund 80 Kilogramm Treibhausgase werden pro produziertem Barrel (= 159 Liter Öl) in die Atmosphäre freigesetzt. Kanada hat neben Venezuela das größte Teersand-Vorkommen. Rund zwei Drittel des weltweiten Bestandes befinden sich in den beiden Ländern.

 

Bis 2020 soll es eine Senkung der Treibhausgase im Verkehrsbereich um 6% geben, dieses Ziel hat die Europäische Kommission gesetzt. Erreicht werden soll es anhand eines Treibstoffqualitätgesetzes. Und eben dieses Gesetzt sei der kanadischen Regierung sauer aufgestoßen, weshalb sie dann vehement europäische Politiker beeinflusst haben soll um die Regelungen zu lockern, so die Anschuldigung der Umweltschützergruppe „Friends of the Earth“ gegenüber Kanada. Insbesondere die umweltschädlichen Wirkungungen von Teersand sollen verharmlost dargestellt worden sein. Zusätzlich ist Kandada mit allen Mitteln am versuchen das Inkrafttreten des Gesetztes nach weiter hinten zu verschieben, indem sie weitere Forschungsergebnisse und Studien fordern.

 

Der „Guardian“ berichtet zudem, dass die Teersandindustrie von Kanada zusammen mit der Politik eine spezielle Lobbygruppe in London gegründet haben soll. Außerdem sollen die großen Ölkonzerne Shell und BP unter einer Decke mit der Teersandindustrie stecken, sie dienen als eine Art „politische Reinwaschung“. Bisher hat die kanadische Regierung noch keinerlei Reaktion auf die Anschuldigungen der britischen Tageszeitung gezeigt.

 


 

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