Mit ‘UN-Nachhaltigkeitsziele’ getaggte Artikel

Welttag der sozialen Gerechtigkeit

Freitag, 16. Februar 2018
Zusammenfassung: Soziale Gerechtigkeit ist ein Ideal – schwer zu erreichen, aber dennoch unbedingt erstrebenswert. Um die Bedeutung dieses Wertes zu unterstreichen, haben die Vereinten Nationen den 20. Februar zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit erklärt.

 

 

20. Februar – Welttag der sozialen Gerechtigkeit!

 

Keine Armut, kein Hunger, eine gute Ausbildung für alle – das sind drei der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele, die von den Vereinten Nationen verabschiedet und bis zum Jahr 2030 erreicht werden sollen.

 

Drei Ziele, die sich gut unter der Forderung nach sozialer Gerechtigkeit zusammenfassen lassen. Wichtige Ziele, denn soziale Gerechtigkeit ist eine Grundvoraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen weltweit. Die Aufhebung der sozialen Ungerechtigkeiten ist eine globale Aufgabe, die kaum lösbar erscheint. Um die Bedeutung der sozialen Gerechtigkeit öffentlichkeitswirksam zu unterstreichen, haben die Vereinten Nationen den 20. Februar zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit erklärt.

 

Eine besondere Herausforderung ist dabei eine faire Globalisierung, von der alle Menschen gleichermaßen profitieren. Das fordert auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und betont dabei die Bedeutung einer menschenwürdigen Erwerbsarbeit mit einer angemessenen Bezahlung.

 

 

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Essen statt Wegwerfen – aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung vorgehen

Freitag, 21. April 2017
Zusammenfassung: Weltweit haben 795 Millionen Menschen Hunger. Gleichzeitig landen jährlich rund 220 Tonnen essbarer Lebensmittel in den Abfalltonnen der Industrienationen. Dabei besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Lebensmittelverschwendung auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite der Welt. Ein ethisch verantwortungsvoller Umgang mit Nahrung muss ins Bewusstsein rücken. Vielfältige Initiativen machen sich für das Thema stark.

 

 

Lebensmittel gehören auf den Teller.

Die beiden ersten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind die Bekämpfung von Armut und Hunger bis zum Jahr 2030. Diese Ziel weltweit zu erreichen, wird nicht einfach sein. Denn Kriege, Naturkatastrophen und die Folgen der Klimaerwärmung stellen enorme Hemmnisse dar. Hinzu kommen vielfältige globale wirtschaftliche Verflechtungen, die zu tiefen Gräben zwischen Arm und Reich geführt haben und schwer zu überwinden sind.

 

Aktuell leben fast 7,5 Milliarden Menschen auf der Erde. Davon haben 795 Millionen Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern nicht genug zu essen. Die Mehrheit der Hungernden lebt im Wirtschaftsraum Asien/Pazifik. Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist jedoch Afrika am stärksten vom Hunger betroffen. Dort werden 20 Prozent der Bevölkerung nicht satt. Hunger ist damit die größte Geisel der Menschheit und jährlich für mehr Tote verantwortlich als AIDS, Malaria und TBC zusammen.

 

 

Hunger versus Überfluss

Manch einer erinnert sich noch an die Belehrungen seiner Eltern oder Großeltern. Diese forderten mit Nachdruck dazu auf, den Teller leer zu essen, weil in Afrika Kinder hungern müssen. Daran war zwar nicht der kindliche Esser schuld, jedoch war und ist der Hunger in den armen Ländern eng verknüpft mit dem Überfluss und der Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen.

 

Im Zuge der Globalisierung verstärkt sich diese Abhängigkeit noch weiter. Die Weltbevölkerung wächst weiter an. Bevölkerungsreiche Staaten wie beispielsweise China – das derzeit noch zu den Schwellländern zählt – verbessern ihre wirtschaftliche Situation. Das bringt veränderte Lebensgewohnheiten mit sich. In der Folge nimmt die Nachfrage nach Lebensmitteln rasant zu, in erster Linie nach Fleisch und anderen tierische Erzeugnissen.

 

Eine kritische Entwicklung für Umwelt und Klima auf der einen Seite, denn gerade tierische Lebensmittel benötigen viel Fläche und Wasser. Darüber hinaus trägt die industrielle Tierhaltung auch zum vermehrten Ausstoß vom klimaschädlichen Treibhausgas Methan bei.

 

Getreideanbau kann viele Menschen satt machen.

Auf der anderen Seite ist der steigende Fleischkonsum auch ein Problem, da in der Viehzucht Getreide als Futtermittel genutzt wird. Um ein Kilo Schweinfleisch zu erzeugen, müssen drei Kilo Getreide verfüttert werden, bei Rindfleisch liegt die Bilanz noch ungünstiger. Hier werden sieben Kilo Getreide benötigt. Bei einer Weltbevölkerung, die sich gerade anschickt, die 10 Milliarden-Grenze zu überschreiten, wird die Frage nach der Ernährungssicherheit überlebenswichtig, denn der steigende Fleischkonsum in den reichen Teilen der Welt trägt entscheidend zu einer Verknappung von Getreide und zu steigenden Preisen auf dem Weltmarkt bei. Damit werden Grundnahrungsmittel in den armen Ländern teuer – teilweise unerschwinglich.

 

Um diese enormen Mengen Getreide anzubauen werden große Ackerflächen benötigt. Um diesen Landbedarf zu decken kaufen reiche Staaten zunehmend Land in den Entwicklungsländern auf. Dafür werden traditionell arbeitende Kleinbauern häufig von ihrem Land vertrieben und zwangsenteignet. Sie stehen nach dem Verlust ihres Landes vor dem wirtschaftlichen Aus.

 

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmittel in den Industrienationen und Schwellenländern kann diese Faktoren entschärfen. Denn hier schließt sich wieder der Kreis: Weggeworfene Lebensmittel in den Industrienationen fehlen in den Hunger-Regionen. Für das eingangs zitierte Bild vom „Teller leer essen“ sollte die Konsequenz allerdings lauten: Lieber nicht mehr als benötigt auftischen und einkaufen. So landen Nahrungsmittel nicht im Abfall.

 

 

Nicht einfach „ab in die Tonne“

Experten gehen davon aus, dass rund ein Drittel aller Lebensmittel weltweit nicht nicht gegessen wird, sondern auf dem Müll landet.

 

Ein nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln endet nicht damit, ökologische erzeugte Produkte aus der Region in der richtigen Saison einzukaufen. Es geht auch darum, Mengen richtig zu kalkulieren, keine Vorräte verderblicher Produkte zu horten – „es könnte ja überraschend Besuch kommen“ – und sich nicht sklavisch an das Mindesthaltbarkeitsdatum zu halten. Denn viele Lebensmittel sind auch noch weit darüber hinaus genießbar. Um das zuverlässig zu beurteilen, sollten Konsumenten mehr auf ihre eigene Wahrnehmung achten, denn auf das Kalenderdatum.

 

 

Keine krummen Geschäft: Gemüse jenseits der Norm

Knackiges Gemüse in Bestform bleibt selten liegen.

Das gleiche gilt für Obst und Gemüse. Hier setzt die Verschwendung bereits ein, bevor sich die ersten braunen Stellen zeigen könnten: Enorme Mengen der Ernte werden bereits als Ausschuss aussortiert, bevor sie in den Handel erreichen. Schätzungen zu Folge werden in Europa zwischen 20 und 40 Prozent der Ernte nicht gegessen. Krummes Gemüse landet im Müll, wird geschreddert und untergepflügt oder verfüttert.

 

Entsprechend liegen Kartoffeln, Karotten, Gurken & Co. gleichförmig und wohlgewachsen in den Lebensmittelgeschäften. Obwohl die sogenannte Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union, wie einige andere Normierungen von Obst und Gemüse bereits 2009 außer Kraft trat, setzt der Handel auch weiterhin auf optisch einwandfreie Ware. Das bedeutet in der Praxis, dass natürlich gewachsene Früchte nur geringe Chancen haben, verkauft zu werden. Genormtes Aussehen ist wichtiger als Qualität und Geschmack. Vielfach geben Handelskonzerne den Landwirten Vorgaben, welche Farbe und Größe die Obst- und Gemüsesorten haben müssen. Dabei spielt nicht einmal unbedingt die Käuferpräferenz eine Rolle, vielmehr sind hier auch logistische Faktoren, wie die Größe von Packkisten entscheidend.

 

Angesichts des Aufwands an Wasser und Energie in der Landwirtschaft sowie dem Bodenbedarf sicher keine nachhaltige Lösung. Ob Kunden auch Früchte jenseits der Norm akzeptieren, versuchen verschiedene Initiativen unter dem Motto „Esst die ganz Ernte“ herauszufinden. Das Berliner Catering-Unternehmen „Culinary Misfits“ greift bei seinen vielfältigen Gemüsegerichten bewusst zur Ware jenseits der üblichen Norm und bietet zudem Workshops an, um die kulinarischen Außenseiter zurück auf die Teller zu bringen. Ihre Empfehlungen an die Kunden ist es, auf Märkten und in Hofläden auch bewusst krummes Gemüse zu kaufen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot entscheidend mit.

 

 

Spannend wie ein Krimi: „Taste the Waste“

Nicht nur krummes Gemüse landet im Müll, Lebensmittel werden an nahezu allen Stationen eines Produktes entsorgt, sei es beim Transport, in der weiterverarbeitenden Industrie, im Handel, in Restaurants und Kantinen und schließlich auch beim Endkunden selbst. In Deutschland werden geschätzt zwischen 10 und 20 Tonnen essbarer Lebensmittel im Jahr weggeworfen, wieviele es genau sind, lässt sich kaum noch ermitteln. Das Worldwatch Institut geht davon aus, dass in den Industriestaaten jährlich rund 220 Millionen Tonnen an Nahrung nicht verwertet werden. Diese Menge entspricht in etwa der gesamten Lebensmittelproduktion Afrikas südlich der Sahara.

 

2011 brachte ein Dokumentarfilm die enorme Lebensmittelverschwendung in den Industrienationen in die öffentliche Diskussion. Der Regisseur Valentin Thurn zeigte mit „Taste the Waste“ den Umgang mit Lebensmitteln in den reichen Ländern. Dabei beleuchtete er die Einflüsse der Lebensmittelkonzerne, des Handels und der Werbung und sprach mit Initiativen, die sich kreativ gegen die Verschwendung einsetzen.

 

Backwaren – jederzeit in beliebiger Menge verfügbar.

In einem der eindrucksvollsten Beiträge des Films geht es um Brot, dem in Deutschland beliebtesten Grundnahrungsmittel. Da Bäckereien in großen Verbrauchermärkten vertraglich zusichern müssen, dass auch kurz vor Ladenschluss eine breite Palette an Brotsorten vorgehalten wird, ist die Anzahl der nichtverkauften Ware am Ende des Tages enorm. Ein Bäcker zeigt, wie er mit den alten Broten seine Backöfen betreibt. Damit spart er Heizöl ein, produziert jedoch direkt wieder Überschuss. Brot, das verbrannt und nicht gegessen wird.

 

Eine globale Perspektive wird am Beispiel von Bananen eingenommen: In einem französischen Großmarkt sortiert eine Mitarbeiterin aus Kamerun eingeflogene Bananen aus ihrem Heimatland aus. Denn diese können aufgrund von Flecken nicht verkauft werden. Gleichzeitig können sich in Kamerun viele Menschen keine Bananen leisten. Wegen der hohen europäischen Nachfrage sind die Preise stark angestiegen.

 

 

Foodsharing – Essensretter

In „Taste the Waste“ werden zwei sogenannte „Mülltaucher“ gezeigt, die durch das Durchsuchen von Abfalltonnen nahezu ihren gesamten Lebemsmittelbedarf decken. Ein sehr radikaler Ansatz als Zeichen gegen die Lebensmittelverschwendung. Es haben sich in den letzten Jahren jedoch auch bundesweit foodsharing-Initiativen zu einem Verein zusammengeschlossen, der möglichst vielen Menschen ermöglicht, Lebensmittel vor der Mülltonne zu retten.

 

Guten Ideen gegen Lebensmittelverschwendung setzen sich durch.

In gemeinnützigen Projekten arbeiten Privatpersonen mit lokalen Supermärkten, Händlern und Herstellern zusammen. Überschüssige Produkte werden abgeholt und verteilt, teilweise wird gemeinsam gekocht oder ganze Veranstaltungen versorgt. Auch übrige Lebensmittel und zubereitete Speisen aus Haushalten können über diese Initiativen geteilt werden. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern schont auch die Haushaltskasse. Laut foodsharing e.V. werfen Privatpersonen in Deutschland Jahr für Jahr Lebensmittel im Wert von 22 Milliarden Euro weg, fast 300 Euro pro Person.

 

Die Gründe für die massenhafte Entsorgung von Essen sind vielfältig. 84 Prozent der Verbraucher geben an, dass die Ware verdorben oder das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen sei. Ob die Lebensmittel dennoch genießbar gewesen wären, lässt sich dann kaum noch ermitteln. Vermeidbar wäre aber die Lebensmittelverschwendung durch eine bessere Planung. Immerhin ein Viertel der Kunden gibt an, Lebensmittel wegzuwerfen, weil zu viel eingekauft wurde. Dabei machen Obst und Gemüse die Hälfte der Lebensmittel im Abfall aus. Verbraucherinitiativen gehen davon aus, dass gut 50 Prozent der in Deutschland weggeworfenen Lebensmittel durch eine vorausschauende Planung und richtigere Lagerung hätten gerettet werden können. Daher organisieren viele foodsharing-Initiativen auch Vorträge, Seminare und Kochkurse, um Wissen über eine sinnvolle Planung, Zubereitung und Aufbewahrung von Essen zu vermitteln.

 

 

 

 

Klima-Killer durch Lebensmittel-Müll und Massentierhaltung

Massentierhaltung ist für die Klimakrise mitverantwortlich.

Wenn Lebensmittel, also organische Stoffe, auf Mülldeponien landen, entsteht Methan, ein klimaschädliches Treibhausgas, das für die Erwärmung der Erdatmosphäre mit verantwortlich zeichnet. Rund 15 Prozent der globalen Methan-Emissionen basieren auf Lebensmittel-Müll, weitere 65 Prozent entstehen in der Nutztierhaltung. Damit stehen mindestens 80 Prozent der Methan-Emissionen im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten der Industrienationen.

 

Reduziert werden kann die Entstehung von Methan durch die Kompostierung organischer Abfälle oder durch Verwertung in Biogasanlagen. Noch effektiver wirkt die Reduzierung von Lebensmitteln im Müll und von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

 

 

Respektvoller Umgang mit Lebensmitteln

Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist in vielen Köpfen angekommen. Immerhin geben fast 70 Prozent der Haushalte, die regelmäßig Lebensmittel wegwerfen an, dies mit einem schlechten Gefühl zu tun. Das Gefühl trügt nicht, denn weggeworfene Lebensmittel in den reichen Staaten sorgen indirekt für den Hunger in armen Ländern. Ein ethischer und respektvoller Umgang mit Nahrung ist daher eine wichtige Voraussetzung um den Hunger in der Welt zu beenden.

 

Viele wichtige Entscheidungen hängen mit den Flüssen des Geldes zusammen. „Die Geldanlage grün zu gestalten ist eine Abstimmung der Bevölkerung mit den Füßen. Das sollten wir alle nutzen. Denn es ist wirklich einfach umzusetzen“, so Gerd Junker, Geschäftsführer von Grünes Geld. Wer daher auch bei seinen Geldanlagen auf ethische und ökologische Kriterien achtet, leistet nicht nur einen wertvollen Beitrag für das globale Miteinander, sondern kann auch mit interessanten Erträgen rechnen. Grünes Geld, erfahrener Anbieter von ethischen und ökologischen Geldanlagen, berät Sie umfassend und kompetent.

 

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Nachhaltige Staaten – Skandinavien hat die Nase vorn

Dienstag, 31. Januar 2017
Zusammenfassung: Nachhaltigkeit – Kaum ein anderer Begriff hat so stark an Bedeutung gewonnen. Mit Recht, denn Nachhaltigkeit ist überlebenswichtig geworden. Um die Zukunft „enkelgerecht“ zu gestalten, also unsere Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu erhalten, haben die Vereinten Nationen Entwicklungsziele für alle Staaten verabschiedet. Bislang hat kein Land dieser Erde diese Ziele vollständig erreicht. Auf einem guten Weg befinden sich unter anderem die skandinavischen Staaten, Deutschland nimmt mit Rang 6 eine gute Position ein.

 

 

Nachhaltigkeit: Die Welt auch für kommende Generationen erhalten!

Nachhaltigkeit – kaum ein anderes Schlagwort hat in den vergangenen Jahren so an Bedeutung gewonnen. Einfach erklärt besagt Nachhaltigkeit, dass nur soviel verbraucht werden darf, wie wieder bereitgestellt (nachgehalten) werden kann –  ein Prinzip, das in der Forstwirtschaft angewendet wird und bei dem nur soviel Holz entnommen werden darf, wie Bäume nachgepflanzt werden. In der modernen Debatte um den Fortbestand unseres Planeten hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit weiterentwickelt und bezeichnet die Art des Wirtschaftens, das die Chancen der kommenden Generationen nicht verschlechtert.

 

Die Beurteilung der Nachhaltigkeit ist, angesichts der globalen Klimakrise und den extremen Unterschieden zwischen arm und reich, ein bedeutender Faktor in der Beurteilung von Entwicklungen, Entscheidungen, Produkten aller Art, aber auch von Staaten geworden.

 

 

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

2015 haben die Vereinten Nationen auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 17 Ziele beschlossen, die bis 2030 weltweit umgesetzt werden sollen. Alle Staaten sind dabei aufgefordert, eine nachhaltige Entwicklung auf wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Ebene zu sichern. Das bedeutet konkret, dass bei gleichzeitigem Wirtschaftswachstum ein stabiles ökologisches System erhalten werden muss. Außerdem sind die Staaten gefordert, das Auseinanderdriften der Gesellschaft aufzuhalten und Gleichberechtigung, Bildung und Chancengleichheit zu fördern. Darüber hinaus wird die Verantwortung der Staaten betont, für die Ernährungssicherheit, Wasser- und Sanitärversorgung sowie den Zugang zu nachhaltiger und moderner Energie Sorge zu tragen.

 

2016 wurde der erste SDG-Index (Sustainable Development Goals) für die UN-Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht. Demnach sind noch alle Länder weit vom Ziel entfernt. Während sich die Industrienationen noch in den Bereichen des nachhaltigen Konsums und der damit verbundenen Entlastung von Umwelt und Klima schwer tun, haben Entwicklungsländer auch weiterhin mit der Eindämmung von Hunger und Armut zu kämpfen.

 

Spitzenreiter beim Erfüllen der UN-Nachhaltigkeitsvorgaben sind die skandinavischen Länder. Schweden, Dänemark und Norwegen belegen die drei Spitzenplätze.

 

 

Nachhaltigkeitsratings für die Finanzmärkte

Nachhaltigkeitsratings haben sich auch zu einem Faktor für die Finanzmärkte entwickelt. Ratingagenturen bewerten dafür die einzelnen Staaten nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG-Analyse) und liefern Informationen über die jeweilige soziale und ökologische Performance. So können nachhaltige Anlagekonzepte entwickelt und die Chancen innerhalb der Märkte optimal genutzt werden.

 

 

Mustergültiges Skandinavien

Gesunde Wälder – aber auch Schweden muss seinen CO2-Ausstoß reduzieren.

Die Nachhaltigkeit von Staaten wird nach Faktoren wie etwa Bürger- und Menschenrechte, nationale Klimapolitik und dem Verbreitungsgrad von Korruption bewertet. Dazu existieren verschieden Indices, die – unter Berücksichtigung von rund 140 Indikatoren (Sustainable Governance Indicators) – die Zukunftsfähigkeit der Staaten bewerten. Der „Policy Performance Index“ misst dabei den Reformbedarf eines Landes und vergleicht systematisch die ökonomische, soziale und ökologische Nachhaltigkeit. „Quality of Democracy Index“ untersucht die rechtsstaatlich-demokratischen Rahmenbedingungen des Landes und bewertet deren Qualität. Der „Governance Index“ nimmt die Reformfähigkeit des Landes unter die Lupe und untersucht die Leistung der Regierung sowie die Beteiligung und Kontrolle durch Bürger, Parlament und gesellschaftliche Gruppierungen.

 

Innerhalb dieser Bewertungsraster schneiden die Länder Nordeuropas vorbildlich ab. Ihr Vorteil: Gerade im Bereich der gesellschaftlichen Gleichstellung verfügen die Skandinavier über ein gewachsenes Selbstverständnis. Auch in der Bildungspolitik verzeichnen die Nordeuropäer gute Erfolge. Wie alle europäischen Staaten müssen auch Schweden, Dänemark und Norwegen ihren CO2-Ausstoß weiter reduzieren.

 

 

Schweden

Schweden wird auf den ersten Blick schnell mit positiven ökologischen und sozialen Werten in Zusammenhang gebracht – weite Waldflächen, ein solides Bildungssystem, eine lange Tradition in Sachen Gleichberechtigung. Aber ganz ohne eigene Anstrengungen geht es auch in Schweden nicht und diese Anstrengungen zu unternehmen, scheuen sich die Nordeuropäer nicht.

 

Schweden hat die Zeichen der Zeit früh erkannt und ist mit der Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft bereit seit 1999 beschäftigt. 2001 veröffentlichte die Regierung eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie, die ein fester Bestandteil der Regierungsarbeit bildet. In jedem Herbst veröffentlicht die Regierung neue Vorschläge für mehr ökologische Nachhaltigkeit. Diese haben einigen Erfolg, denn Schweden liegt mit einem CO2-Ausstoß von durchschnittlich 5,17 Tonnen pro Jahr und Person deutlich unterhalb des europäischen Durchschnitts von 8,33 Tonnen. Kein Wunder, denn das Land setzt konsequent auf Erneuerbare Energien: 22,7 Prozent der Energieversorgung stammt bereits aus regenerativen Quellen (europäischer Durchschnitt bei 11,7 Prozent). Der Anteil fossiler Energieträger beträgt nur noch 9,5 Prozent (europaweiter Durchschnitt bei 51,7 Prozent).

 

 

Dänemark

Auch in unserem nordeuropäischen Nachbarland Dänemark ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Bestandteil der Landespolitik. Die Dänen setzen diese im Sinne der Agenda 21 fortschreitend um und integrieren ihren Nachhaltigkeitsansatz dabei nicht nur in die Umweltpolitik. Die Prinzipien werden auch in der Forstwirtschaft, im Verkehrswesen, in der Energieversorgung sowie in der Industrie umgesetzt. 2001 hat das dänische Parlament seine nationale Nachhaltigkeitsstrategie erklärt. Diese umfasst auch eine grüne Steuerreform und die Halbierung des Konsums innerhalb der kommenden 50 Jahre. 43,1 Prozent der Energie stammt in Dänemark bereits aus erneuerbaren Quellen; von der Atomenergie haben sich die Dänen bereits 1985 verabschiedet und 2003 die letzte Anlage stillgelegt. Mit 7,24 Tonnen CO2-Ausstoß pro Person und Jahr liegt Dänemark zwar noch unterhalb des Durchschnitts in Europa, hat aber noch Optimierungsspielraum.

 

 

Norwegen

Auch Norwegen hat sich bereits mit dem Aktionsplan Agenda 21, der aus der UN-Konferenz von Rio 1992 und der Rio-Nachfolgekonferenz entstanden ist, auf den Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung ihrer Gesellschaft begeben. Norwegen liegt mit 7,8 Tonnen durchschnittlichen CO2-Ausstoß nur knapp unter dem europäischen Mittel. In Sachen Energiegewinnung setzt Norwegen mit 92,7 Prozent auf Wasserkraftwerke.

 

 

Nachhaltig Investieren leicht gemacht

Wer sein Geld nachhaltig anlegen will, baut auf ethische und ökologische Investments in Branchen und Märkten, die sich für den Erhalt von Menschenrechten, Umwelt und Klima einsetzen. Aber es ist in der vernetzten globalen Wirtschaft nicht immer leicht, den Überblick über die vielfältigen Verflechtungen in den Wirtschafts- und Finanzmärkten zu behalten. Gut, wenn man sich dann auf einen erfahrenen Finanzberater verlassen kann, der die hohen Ansprüche an ethisch-soziale Geldanlagen teilt. Grünes Geld, unabhängiger Finanzberater und Spezialist für nachhaltige Geldanlagen, hat mehr als 300 geprüfte Geldanlagen im Angebot.

 

 

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.