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Weltwassertag – Wasser eine unserer wertvollsten Ressourcen

Mittwoch, 22. März 2017
Zusammenfassung: Wasser ist Leben – aber der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist keine Selbstverständlichkeit. Eines der wichtigsten Ziele einer nachhaltigen Entwicklung ist daher der Schutz des Wassers. Seit 1993 rufen die Vereinten Nationen den jährlichen Weltwassertag am 22. März als Aktionstag aus. In diesem Jahr steht der Umgang mit Abwasser im Mittelpunkt des World Water Day. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung sind Investitionen im Wasserbereich besonders wichtig. Wasserfonds stellen ein sinnvolles ethisches und ökologisches Investment dar, das sehr gute Entwicklungsaussichten hat.

 

 

Wasser ist Leben!

Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt – dennoch ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser – eines der dringlichsten Bedürfnisse der Menschheit – nicht weltweit sichergestellt. Aber auch Länder, in denen der Zugang zu Wasser kein besonderes Problem darstellt, können ihre Augen nicht vor der globalen Problematik verschließen: Verschmutzung der Weltmeere, rapide Verringerung der Süßwasservorräte, Absinken des Grundwasserspiegels und eine schlechte Wasserqualität in vielen Gegenden der Welt, darüber hinaus Dürren und eine generell schlechte Erreichbarkeit von Wasserstellen.

 

 

Der Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen ist seit 2010 ein offizielles – wenn auch nicht einklagbares – Menschenrecht. Dieses elementare Menschenrecht wird jedoch ständig verletzt. Laut Schätzungen der Umweltorganisation WWF haben derzeit mehr als 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 2,6 Milliarden Menschen müssen ohne eine minimale sanitäre Versorgung auskommen. Besorgniserregende Zahlen, denn angesichts der wachsenden Weltbevölkerung wird das Problem sich weiter verschärfen.

 

 

Weltweiter Tag des Wassers

Seit fast einem Viertel Jahrhundert befassen sich die Vereinten Nationen intensiv mit dem Thema und haben 1993 den Weltwassertag („Tag des Wassers“ oder „World Water Day“) ins Leben gerufen, der alljährlich am 22. März terminiert ist. Anstoß für den Weltwassertag war die UN-Konferenz „Umwelt und Entwicklung“, die 1992 in Rio de Janeiro stattfand und aus der heraus sich auch das entwicklungs- und umweltpolitische Aktionsprogramm „Agenda 21“ entwickelte. Verantwortlich für den „Tag des Wassers 2017“ zeichnen das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) gemeinsam mit der UNESCO, UN-HABITAT, UNEP, der Weltbank und UN-DESA.

 

In diesem Jahr steht der Weltwasserstag unter dem Motto „Wastewater – Abwasser“. Der Aktionstag hat zum Ziel, die breite Öffentlichkeit international für das wichtige Thema „Schutz des Wassers“ zu sensibilisieren und – vor allem in den Industrienationen – ihren eigenen Umgang mit der lebenswichtigen Ressource zu überdenken. Um das zu erreichen, sind alle Staaten aufgefordert, geeignete lokale Aktionen durchzuführen und auf die globale Bedeutung des Weltwassertages hinzuweisen.

 

 

Lokale Aktionen bringen das Thema in die Öffentlichkeit

In Deutschland beispielsweise stellt das Umweltbundesamt (UBA) regelmäßig am Tag des Wassers einen speziellen Gewässertyp vor und liefert vielfältige Informationen darüber welchen  Beitrag der Gewässertyp für das Ökosystem leistet und welche Lebensräume er bietet. „Gewässertyp des Jahres 2017“ ist der tiefe, große, kalkarme Mittelgebirgssee, der in Deutschland immer als Talsperre auftritt und meist in einer waldreichen Gegend liegt.

 

Der Weltwassertag bietet aber auch Nichtstaatlichen Organisationen (NGO) eine gute Gelegenheit, kritische Wasserthemen öffentlichkeitswirksam zu platzieren und darauf aufmerksam zu machen, dass viele Menschen auf der ganzen Welt keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Neben Umwelt- und Sozialverbänden machen auch Frauenrechtsorganisationen an diesem besonderen Tag auf die Rolle der Frauen bei der Beschaffung von Wasser in den Entwicklungsländern aufmerksam.

 

 

Abwasser als Ressource nutzen

Der Weltwassertag 2017 steht unter dem Motto „Wastewater – Abwasser“.

Zum Schwerpunktthema Abwasser veröffentlichen die Vereinten Nationen auch ihren aktuellen „World Water Development Report“. Das Thema Abwasser steht dabei in engem Zusammenhang mit der 6. Forderung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG), die eine generelle „Verfügbarkeit und nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen“ gewährleisten soll. Ein Teilaspekt dieses speziellen Nachhaltigkeitsziels ist es, den Anteil des unbehandelten Abwassers zu halbieren. Außerdem soll die Wiederaufbereitung des Abwassers verstärkt vorangetrieben werden, um eine unbedenkliche Wiederverwertung weltweit zu ermöglichen.

 

Die Zielsetzung macht deutlich, dass Abwasser kein Abfall ist, der einfach nur entsorgt werden muss. Stattdessen wird klar unterstrichen, dass Abwasser eine wichtige Ressource darstellt und – wieder aufbereitet – als ein unentbehrlicher Ersatz für Frischwasser in der Landwirtschaft und in der Industrie genutzt werden muss. Darüber hinaus wird auch die erneute Verwendung von Inhaltsstoffen des Abwassers thematisiert. Diese könnten beispielsweise als Nährstoffe bei der Produktion von Düngemitteln eingesetzt werden.

 

 

In Wasser investieren – Lebensgrundlagen bewahren

Wasser ist wertvoll und bereits heute eine erbittert umkämpfte Ressource. Während die Weltbevölkerung weiter anwächst – mittlerweile gehen Experten von 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 aus – sinken die Süßwasservorräte der Erde. Ursache dafür ist nicht zuletzt die Klimakrise, aber auch der generelle Raubbau an Natur leistet einen Beitrag an der Verknappung des lebenswichtigen Guts.

 

Vor diesem eher Hintergrund, entwickeln sich Geldanlagen in diesem Bereich sehr gut. Eine Investition in die wertvolle Ressource Wasser ist daher in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Unter ökologischen und ethischen Gesichtspunkten können so die Umwelt geschützt und das Menschenrecht auf sauberes Wasser unterstützt werden. Darüber hinaus versprechen Wasserinvestments sehr gute Erträge und nutzen so auch direkt den Anlegern.

 

Wer sich für eine Geldanlage im Bereich Wasser entscheidet, hilft aktiv dabei mit, die Wasserversorgung weltweit sicherzustellen. Im Rahmen der unterschiedlichen Wasserfonds werden Unternehmen gefördert, die mit verschiedenen Technologien einen Beitrag dazu leisten, dem weltweiten Wassermangel zu begegnen. Vielfach engagiert sind – passend zum Thema Abwasser des Weltwassertages – Hersteller von Filtersystemen, Reinigungsanlagen und Rohrleitungen. Ebenfalls interessant sind Firmen, die sich der Wassergewinnung verschrieben haben. Dazu zählen beispielsweisen Meerwasserentsalzungsanlagen oder auch Pumpenhersteller für den Brunnenbau.

 

 

Nachhaltige Investments müssen nicht kompliziert sein

Die passenden Geldanlagen zu finden ist dabei nicht schwer, wenn man sich auf einen erfahrenen Finanzexperten verlassen kann, der die gleichen ethischen und ökologischen Ansprüchen vertritt, wie der Anleger.

 

 

Grünes Geld, hat als unabhängiger Finanzdienstleister für nachhaltige Geldanlagen ein Musterdepot  zusammengestellt, das die besten Wasserfonds im Markt umfasst. Dabei achtet Grünes Geld sowohl auf die inhaltliche Ausrichtung im Sinne einer grünen Geldanlage, als auch auf die Stabilität und Performance der Investments.

 

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

Weltwasser-Tag: 900 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Montag, 24. März 2014

Am 22. März 2014 war wieder Weltwassertag. Das auf der UN Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 beschlossene Event erinnert an die überragende Bedeutung von Wasser. Der diesjährige Tag stand unter dem Motto Energie & Wasser und will auf diese beiden eng vernetzten Themen hinweisen, die die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben darstellen.

 

Während es für uns in den reichen Industrienationen selbstverständlich ist, Trinkwasser auf jedem Leitungshahn abzapfen zu können, haben 900 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für noch mehr Menschen, nämlich für 2,5 Milliarden, gibt es nach UN-Angaben keine sanitären Anlagen

 

Nach Angaben von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, sterben täglich 2.000 (!) Kinder an den Folgen von Durchfallerkrankungen, die fast immer auf schmutziges Trinkwasser, schwache Hygiene und fehlende Toiletten zurück zu führen sind. Praktisch alle dieser Todesfälle entfallen auf Entwicklungsländer; meist in Afrika oder Südasien. 

 

Es kann noch viel im Wassersektor getan werden. So fließen rund 80 Prozent des städtischen Abwassers unbehandelt in Seen, Meere oder Flüsse – in Entwicklungsländern bis zu 90 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile sehr effiziente Anlagen, die sogar Toilettenabwässer wieder zu Trinkwasser aufbereiten können. Vorreiter ist der Stadt-Staat Singapur mit seiner Newater Fabrik. Ein Mikrofilter ist dabei im Einsatz. Stellt man sich die Wassermoleküle in der Größe eines Tennisballes vor, wäre ein Östrogenhormon im Vergleich so groß wie ein Fußball. Ein Virus wäre so groß wie ein LKW und ein Bakterium so groß wie ein Haus. Nichts davon könne die feinen Membranen dringen. Das Ergebnis: ein Wasser, das mindestens so sauber ist wie normales Trinkwasser. Und das sehr energiesparend hergestellt werden kann: Im Vergleich zur Alternative einer Meerwasserentsalzungsanlage benötigt es nämlich nur 1/3 der Energie

 

Dabei ist der Wasserkonsum weiter gewaltig. Es sind weniger die Menschen, die direkt Wasser trinken. Größere Mengen fließen in Landwirtschaft oder Industrie. 

 

Hier die unglaublichen Mengen von „virtuellem Wasser„, das zur Produktion von Alltagsgütern gebraucht wird. Hierbei fließen unter anderem Transporte ein, Bewässerung, Maschinenerstellung, etc. (Details: http://www.wasserfussabdruck.org/index.php?page=files/home):

 

Grafik: Verbrauch von Wasser zur Produktion von verschiedenen Alltagsgütern

 

 

Wer etwas gegen die Wasserarmut in vielen Teilen der Welt tun möchte und dabei sein will bei der Lösung von eines der dringlichsten Probleme der Menschheit, kann seine Geldanlage dafür nutzen. In den Musterdepots Wasser sind Kapitalanlagen zusammengefasst, die in Meerwasserentsalzungsanlagen, Klär- und Reinigungsanlagen ebenso investieren wie in Kanal- oder Rohrleitungssysteme oder andere Technologien die helfen, die Wasserversorgung der Menschen sicher zu stellen. Die erzielten Renditen lassen sich dabei ebenfalls sehen: jährlich 16,8% in den letzten 5 Jahren!

 

 

Link zu Musterdepots Wasser

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

5 Dokumentationen, die Sie unbedingt gesehen haben sollten, wenn Sie in Wasser investieren wollen!

Mittwoch, 12. Februar 2014

Wasser ist für uns ein selbstverständliches Gut, welches uns jeden Tag zu jeder Zeit in guter Qualität zur Verfügung steht. Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel für den Menschen und kann nicht ersetzt werden. In Deutschland ist Trinkwasser das am strengsten konrollierte Lebensmittel und damit zum Verzehr uneingeschränkt zu empfehlen. Aber der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist längst nicht überall selbstverständlich. Obwohl weltweit ausreichend sauberes Wasser vorhanden wäre, um alle Menschen zu versorgen, haben knapp 1 Milliarde Menschen keinen Zugriff darauf. Daher wurde am 28. Juli 2010 von der Vollversammlung der Vereinten Nationen  das Recht auf Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht anerkannt. Auch wenn eine solche Resolution im Gegensatz zu denen des UN-Sicherheitsrates für die Mitgliedsstaaten nicht rechtlich bindend ist, so setzt sie doch ein deutliches Signal, die Infrastruktur der Wasserversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern voranzutreiben.

 

Sauberes Trinkwasser ist für den Menschen unersetzlich und der Zugang dazu wurde 2010 zu einem Menschenrecht erklärt. (Bildquelle v. l. n. r.: Harald Grunsky, Gabriela Neumeier, Dieter Schütz / alle pixelio.de)

Sauberes Trinkwasser ist für den Menschen unersetzlich und der Zugang dazu wurde 2010 zu einem Menschenrecht erklärt. (Bildquelle v. l. n. r.: Harald Grunsky, Gabriela Neumeier, Dieter Schütz / alle pixelio.de)

 

Für die Wirtschaft und Industrie ist dies ein äußerst ertragreicher Sektor. So hat sich Peter Brabeck, Präsident des Verwaltungsrates von Nestle, unlängst sehr kritisch zu dieser Resolution geäußert. Vor dem Hintergrund, dass Nestle einer der Marktführer in Verkauf von abgefülltem Trinkwasser ist, ist verständlich, dass hier Bedenken entstehen margenträchtige Märkte zu verlieren und somit gegen die Beschlussfassung der UN zu sein. Öffentliche Wasserversorgungsnetze wurden in der Vergangenheit immer öfter privatisiert – teilweise mit der Folge, dass sowohl die Qualität des Trinkwassers, als auch der Zustand der Versorgungsleitungen deutlich darunter gelitten hat.

 

In Schwellenländern, in denen ein Großteil unserer Konsumgüter produziert werden, gibt es für Konzerne kaum Vorschriften, was die Filterung , Aufbereitung und Ableitung von Nutzwasser angeht. Abwässer aus Textilfärbebetrieben zum Beispiel werden meist ungefiltert in Flüsse abgeleitet und gefährden somit eine ausreichende Trinkwasserversorgung der einheimischen Bevölkerung. Und das ist nur eines von unzähligen Beispielen. Aber auch bei uns hört man immer öfter von erhöhten Belastungen des Trinkwassers durch die Intensivlandwirtschaft oder vermehrte Massentierhaltung. Wir stehen also vor einer großen Herausforderung, dieses unersetzliche Gut für uns zu erhalten. Mit Investitionen in Unternehmen, welche an innovativen Lösungen arbeiten, um diese Probleme anzugehen, können auch Sie ihren Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang und einer besseren Versorgung mit dieser Ressource leisten. Je nach Strenge der Auswahlkriterien stehen hier gute Anlagemöglichkeiten zur Verfügung. Wer hier ein sauberes Gewissen haben möchte, achtet bei seiner Investition auf die Einhaltung von Ethikkriterien.  

 

Wir haben für Sie 5 Dokumentationen ausgewählt, die wir zu diesem Thema für sehenswert erachten:

 

1. Die Geldquelle – Das Milliardengeschäft mit dem Wasser

 

2. Nestle – Das dreckige Geschäft mit dem Wasser der 3. Welt

 

 3. Abgefüllt

 

4. Gasland

 

5. Der Preis der Blue Jeans

 

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Wasser – die Lebensquelle unseres Planeten

Freitag, 22. März 2013
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2013 zum Jahr des Wassers ausgerufen und der 22. März  ist seit 1995 der internationale Tag des Wassers. 2012 stand dieser Tag unter dem Motto “Nahrungssicherheit und Wasser” und in diesem Jahr heißt es “Wasser und Zusammenarbeit”.
 
Das Thema Wasser hat uns auch in den letzten Wochen des öfteren in den Medien beschäftigt. Nachdem im Januar einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, dass die EU die Privatisierung der Wasserversorgung in ganz Europa vorantreiben möchte, ist die Empörung über diese Pläne gewachsen.
 
In einigen Ländern ist dies längst passiert. Im Zuge der Schuldenkrise innerhalb der EU wurden Länder wie Griechenland und Portugal dazu bewegt, ihre Wasserversorger zu verkaufen. Seitdem soll zum Beispiel in Portugal das Wasser aus öffentlichen Brunnen nicht mehr trinkbar sein. Die Preise für die Trinkwasserversorgung sind innerhalb weniger Jahre um bis zu 400 Prozent angestiegen. Auch in Griechenland stehen weitere große Wasserwerke zum Verkauf, um kurzfristig die öffentlichen Kassen zu füllen.
 
Länder wie Frankreich und Großbritannien hingegen haben die Wasserversorgung bereits seit längerem in private Hände gelegt. In der Hoffnung, dass private Unternehmen effektiver arbeiten wurde die Verwaltung der Wasserwirtschaft in Frankreich zum Beispiel an Konzerne wie Veolia übergeben.
 
In Großbritannien hingegen hat man gleich die komplette Infrastruktur verkauft. In beiden Ländern zeigt sich, dass zunehmend die Infrastruktur der Wasserversorgung leidet, da die Unternehmen vor kostspieligen Investitionen und Instandhaltungsarbeiten zurückschrecken. Das Wasser wird vermehrt mit Chlor und anderen Zusatzstoffen versetzt, die den Verfall der Rohrsysteme hinauszögern und so die Kosten gering halten.
 
In kaum einem anderen Land ist die Wasserqualität des Trinkwassers besser als in Deutschland. Es ist das am intensivsten kontrollierte Lebensmittel und uneingeschränkt zum Verzehr empfohlen. Die Skepsis in Bezug auf die Privatisierungspläne des Wassermarktes durch die EU ist also durchaus angebracht.
 
Einige Verbraucher- und Umweltschutzverbände äußern sogar die Befürchtung, dass mit der Privatisierung der Wasserversorgung die Qualität von Trinkwasser ganz gezielt herabgesetzt werden könnte um somit den Verkauf von abgefülltem Wasser zu forcieren. Zumindest in Gebieten, in denen die Wasserversorgung gut ausgebaut und auf einem hohen Qualitätslevel anzusiedeln ist, scheint eine Privatisierung nicht im Interesse des Konsumenten zu sein.
 
 
Wasser - für uns selbstverständlich, aber in manchen Gegenden kostbarstes Luxusgut.

Wasser – für uns selbstverständlich, aber in manchen Gegenden kostbarstes Luxusgut.

 
 
Aber es gibt nicht nur “schwarze Schafe”. Viele Firmen setzen sich für einen nachhaltigen Ausbau der Wasseraufbereitung und –versorgung und auch für eine umweltverträgliche Rückgewinnung von Wasser ein. In der Industrie gibt es einen klaren Trend hin zur Optimierung der Prozesswasserverwendung (z. B. für Reinigungsprozesse).
 
So gibt es Lösungen, das benötigte Wasser in geschlossene Kreisläufe zu führen, zu recyceln und immer wieder zu verwenden. Sowohl darauf spezialisierte Dienstleistungsunternehmen als auch die Firmen, die solche Anwendungen in Anspruch nehmen, können nur profitieren. Allerdings ist der Verbrauch von Wasser in diesem Bereich gemessen am Gesamtverbrauch in der Industrie tatsächlich relativ gering.
 
Wesentlich problematischer ist der indirekte Wasserverbrauch der durch die Verwendung von Rohstoffen entsteht. Firmen, die daher konsequenter Weise auf den Einsatz von Rohstoffen achten, welche wassersparend hergestellt wurden, können hier als positives Beispiel vorangehen. Der Fondsanbieter Ökoworld hat 2008 den Fonds “Ökoworld Water for Life” aufgelegt. Dieser hat die strengsten ethisch-ökologischen Kriterien aller bisher aufgelegten, nachhaltigen Wasserfonds und investiert in Unternehmen, welche:
 
– Produkte und Dienstleistungen für Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Wasseraufbereitung und Wasserinfrastruktur anbieten.
 
– zum Erhalt der Qualität natürlicher Wasserspeichersysteme beitragen, z. B. durch die Vermeidung oder Verringerung von Schadstoffeinträgen in Böden und Gewässer.
 
– die Effizienz der Wassernutzung verbessern, z. B. durch optimierte Verbrauchsmessung und –abrechnung oder durch die Einrichtung geschlossener Nutzkreisläufe
 
 
 
Zusätzlich müssen alle Unternehmen in die der Fonds investiert, strenge allgemeine Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Ein Beispiel ist die Firma COPASA, Brasiliens drittgrößter Wasserversorger. Die Stadt Belo Horizonte, welche die Hauptstadt des von COPASA versorgten Bundesstaates Minas Gerais ist, wurde als Stadt mit dem besten Abwassernetz in Brasilien ermittelt. 97,4 % des Abwassers werden gesammelt und zu bester Wasserqualität wiederaufbereitet.
 
Zur Klärung des Abwassers setzt COPASA ultraviolettes Licht ein statt z. B. umweltschädigendem Chlor. Weitere Projekte, die zur ökologischen Aufbereitung des Trinkwassers beitragen können sind in der Erforschung. Außerdem baut das Unternehmen eine Anlage, die das Biogas, das in den Kläranlagen entsteht, in Elektrizität umwandelt. Auch in ethischer Hinsicht ist das Unternehmen vorbildlich: einkommensschwache Kunden werden kostenlos an das Wasser- und Abwassernetz angeschlossen.
 
Für Ihren monatlichen Verbrauch erhalten sie, unter 15 Kubikmetern eine Ermäßigung von bis zu 55% auf ihre Wasserrechnung. Weiterhin betreibt COPASA Aufklärung durch Besuche von Schulklassen und Vorträge in Bildungszentren um Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser und Energie zu wecken.
 
Dieses Bewusstsein hat sich bei uns bereits in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Seit 1990 ist der Tagesverbrauch an Trinkwasser pro Kopf von 147 Liter auf knapp 120 Liter gesunken. Darin ist z. B. Wasser zum Trinken, Waschen, Kochen und Duschen enthalten. Aber diese Zahl trügt! Inzwischen gibt es den Begriff “virtueller Wasserverbrauch”. Der Mensch sollte zwischen zwei und vier Liter Wasser am Tag trinken.
 
Allerdings sind (je nach Ernährung) 2.000 bis 5.000 Liter Wasser notwendig, um die tägliche Ernährung zu produzieren. In Deutschland sind es im Schnitt 4.000 Liter. Das liegt vornehmlich am hohen Fleischkonsum, welcher durch den benötigten Getreideanbau für das Viehfutter sehr hoch im Wasserverbrauch anzusehen ist.
 
 
Wasser ist für ein Überleben auf der Erde unverzichtbar. Allerdings hat bis heute knapp 1 Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und rund 2, 6 Milliarden Menschen haben keine Möglichkeit, auf sanitäre Anlagen zurückzugreifen.
 
Im Hinblick auf das beständige Wachstum der Weltbevölkerung ist es eine der größten Herausforderungen unserer Zukunft, für eine gerechte Verteilung des “blauen Goldes” zu sorgen und eine stabile Versorgung mit Wasser zu gewährleisten, wenn man Konflikte wie zum Beispiel den “Wasserkrieg von Cochabamba” in Bolivien aus dem Jahr 2000 vermeiden will.  Ein schonender Einsatz und ein bewusster Umgang mit dieser kostbaren Ressource ist daher Grundvoraussetzung für die weitere Zukunft unseres Planeten.
 
 
Anlagetipp:
 
Ethisch-ökologisch in Wasser-Unternehmen investieren: Wasser Geldanlage
 
 
 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Messina-Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Messina-Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Verklagter Dokumentarfilm Water Makes Money kommt im Fernsehen

Donnerstag, 03. März 2011

Für großes Aufsehen sorgt momentan der deutsch-französische Fernsehsender Arte. Am 22.03.2011 soll der Dokumentarfilm „Water Makes Money“ ausgestrahlt werden. Ein Film, der in den Augen der Großunternehmen der Weltwasserwirtschaft niemals hätte entstehen dürfen. Deshalb versuchen diese, allen voran VEOLIA, gegen diese Dokumentation zu klagen und somit einer Ausstrahlung im Fernsehen entgegenzuwirken.

 

„Water Makes Money“ deckt die Machenschaften der Global Player auf, welche hinter geheimen Verträgen versteckt waren. Milliarden an Euro flossen den Unternehmen aus der öffentlichen Wasserversorgung zu, und dies aufgrund ungültiger Verträge wie sich Juristen einigig sind. Die Bürger werden dabei ausgebeutet.

 

Damit die Ausstrahlung am 22.03.2011 und noch viele folgende Ausstrahlungen garantiert werden können, muss Interesse daran gezeigt werden. Erzählen Sie ihren Freunden und Bekannten davon und schalten sie am 22.03.2011 ein. Es handelt sich hierbei um ein Thema, das uns alle betrifft.

 

Etliche Gelder sind bereits an die großen Unternehmen der Weltwasserwirtschaft geflossen, anstatt für den Ausbau der Wasserversorgungen o.ä. genutzt zu werden. Falsch ist es nun jedoch, nicht weiterhin in Wasser zu investieren. Man muss lediglich einen genaueren Blick darauf werfen in was man anlegt und wofür das Geld verwendet wird. Ein musterhaftes Beispiel für ein Investment, das nicht bloß als Gehalt für einen Global Player dient, ist das Wasser Einmalsparen 2000+ Ethik. Weitere Beispiele sind auf „Grünes Geld“ zu finden.

 

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