Mit ‘Weltklimabericht’ getaggte Artikel

Teil 3 des Weltklimaberichtes – der Zug ist noch nicht abgefahren!

Dienstag, 15. April 2014

Am 13. April legte der IPCC den dritten und letzten Teil des Weltklimaberichtes vor. Kurz zusammengefasst ist die Aussage, dass man die größten Gefahren noch ohne große Einbußen im Wirtschaftswachstum abwenden kann. Aber: „Der Hochgeschwindigkeitszug zur Treibhausgasminderung muss jetzt schnell abfahren, und die Welt muss darauf aufspringen.“, so Weltklimarats-Chef Rajendra Pachauri. Der dritte Teil des Berichtes befasst sich konkret damit, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die weltweite Erderwärmung bis zum Jahr 2100 auf 2 Grad zu begrenzen und welche finanziellen Mittel dafür zur Verfügung gestellt werden müssen.

 

Dreh- und Angelpunkt ist die Verminderung des Treibhausgasausstoßes. Denn trotz aller derzeitigen Bemühungen ist dieser weltweit in den letzten Jahren stetig gestiegen (in den Jahren 2000 bis 2010 im Schnitt um 2,2 %). Wollen wir eine Erderwärmung zwischen 3,7 Grad und 4,8 Grad (im Vergleich seit Beginn der Industrialisierung) bis zum Jahr 2100 verhindern, muss dieser Trend innerhalb der nächsten 8 Jahre umgekehrt werden und die Emmissionen bis Mitte des Jahrhunderts um 40 bis 70 Prozent gedrosselt werden. Möglich wird das mit einer deutlichen Umschichtung von Investitionen in Erneuerbare Energien. Konkret bedeutet das weg von der Förderung und Verbrennung von Kohle, Gas und Öl – hin zur Erzeugung von klimafreundlichen Energien. Aber auch die dringende Notwendigkeit, Energie erst gar nicht zu verbrauchen, wird erwähnt. Die Steigerung der Energieeffizienz industrieller Anlagen und auch von Elektroartikeln für Endverbraucher wird dringend angemahnt. Somit ist der beste Klimaschutz nach wie vor die Energie und die Ressource, die nicht verbraucht wird.

 

Wir alle haben die Zukunft unserer Erde auch für die nachfolgenden Generationen in der Hand (Bildquelle: Bernd Kasper, pixelio.de)

Wir alle haben die Zukunft unserer Erde auch für die nachfolgenden Generationen in der Hand (Bildquelle: Bernd Kasper, pixelio.de)

 

Derzeit wird ja von einigen Politikern und Wirtschaftsvertretern bemängelt, dass die Kosten der Energiewende nach deutschem Vorbild kaum zu tragen sind. Der IPCC hat nun berechnet, dass diese bei einem angenommenem Wirtschaftswachstum zwischen 1,6 und 3 Prozent pro Jahr gerade mal mit einem Minus von 0,06 Prozent zu Buche schlagen. Zudem stellt sich doch auch die Frage, ob uns die Begrenzung der Schäden durch den bereits angelaufenen Klimawandel für unsere nachfolgenden Generationen überhaupt zu teuer sein darf? Der letzte Teil des Weltklimaberichtes kann also durchaus als Ermutigung angesehen werden. Die Begrenzung des Anstiegs der weltweiten Erwärmung auf unter 2 Grad ist möglich und die Umschichtung von Investitionen kann durchaus für positive wirtschaftliche Impulse sorgen. In unserem eigenen Interesse und in dem unserer Kinder sollten wir nicht zulassen, dass die Energiewende ausgebremst wird und den Aufsprung auf den Schnellzug schaffen!

 

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”

Weltklimabericht – Wasser ist das Schlüsselwort

Freitag, 04. April 2014

Am 31.03.2014 legte der Weltklimarat IPCC den zweiten Teil des Weltklimaberichtes vor. Der Klimawandel ist nicht mehr abzustreiten. Bereits jetzt hat er deutliche Auswirkungen auf alle Kontinente und Meere. Wie schwerwiegend die Folgen für Mensch und Natur in Zukunft sein werden hängt allerdings davon ab, was die Menschheit in naher Zukunft unternimmt, um die Erderwärmung deutlich zu bremsen. Mensch und Natur sind in der Lage, sich an einen moderaten Anstieg der weltweiten Temperatur anzupassen – wenn auch mit gravierenden Auswirkungen. Allerdings erfordert das bereits deutlich größere Anstrengungen, um die Treibhausgasemissionen zu senken, als bisher angestrebt.

 

Überall auf der Welt lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels bereits beobachten. Eine Schlüsselrolle erhält hier das Thema Wasser. Ob in den Ozeanen oder an Land – selbst bei einem moderaten Temperaturanstieg müssen wir uns auf deutliche Veränderungen einstellen.

 

Polarregionen und Permafrostgebiete

 

 

Die Meereseisdicke in der Arktis hat sich in den letzten 50 Jahren halbiert  und vermutlich wird die Arktis ab der Mitte dieses Jahrhunderts in den Sommermonaten völlig eisfrei sein. Wie sich die freigesetzten Wassermassen auf die Meeresströmungen auswirken, kann man kaum vorhersagen. Dass eine Veränderung dieser sich auf das weltweite Wetter auswirkt, kann allerdings kaum jemand abstreiten. Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist der Anstieg der Meeresspiegel durch das Abtauen der Eisschilde in den Polarregionen und das Abschmelzen der Gletscher in den Bergen, was die Süßwasserversorgung deutlich beeinträchtigen wird. Durch den Temperaturanstieg tauen auch die Böden der Permafrostgebiete zum Beispiel in Sibirien  und Zentralasien auf. Das gespeicherte CO2 wird freigesetzt, gelangt in die Atmosphäre und trägt zur Erweiterung der Klimaerwärmungsspirale bei. 

 

Wetterextreme bedrohen nicht nur den Lebensraum der Eisbären.

Wetterextreme bedrohen nicht nur den Lebensraum der Eisbären. (Bildquelle v. l. n. r.: CIS, pixelio.de / frei / Rudis-Fotoseite, pixelio.de)

 

Die Verteilung von Wasser

 

Wir müssen uns daran gewöhnen, dass es Wasser in Zukunft immer häufiger oder immer weniger geben wird. Auf der einen Seite nehmen Hitze- und Dürreperioden zu, während auf der anderen Seite Überflutungen durch Extremwetter und der Anstieg der Meeresspiegel zunehmen. Springfluten wie im vergangenen Winter an der englischen Küste mit der einhergehenden Landerosion gehören genauso zum Alltagsbild, wie Ernteausfälle in trockenen subtropischen Gebieten durch extremen Wassermangel. Auch die Bevölkerung in Großstädten wird unter extremen Hitzeperioden leiden, welche zum Beispiel besonders für Ältere oder Menschen die draußen arbeiten, lebensbedrohliche Ausmaße annehmen können.

 

Das Ökosystem Meer

 

 70 % der Erde sind von Meer bedeckt, davon sind mehr als 90 % Tiefsee. Zwar leben nur 15 % aller derzeit bekannten Arten im Meer, allerdings gelten über 75 % der Meerregionen als unerforscht. Unbestreitbar ist, dass der Klimawandel einen großen Einfluss auf das ökologische Gleichgewicht im Meer hat. Mit dem Anstieg der weltweiten Temperatur, steigt auch die Wassertemperatur der Ozeane. Für die nächsten Jahre wird die Formel gelten, dass Fischbestände sich weitestgehend aus den warmen Regionen in kältere zurückziehen. Dies wird starke Auswirkungen auf die Menschen haben, die in diesen Gebieten auf die Fischerei als Lebensgrundlage angewiesen sind. Außerdem ist bereits jetzt eine starke Zunahme sogenannter „Todeszonen“ im Meer zu beobachten. In einer Todeszone ist zu wenig Sauerstoff vorhanden, so dass Fische, Krabben und Muscheln nicht in der Lage sind zu überleben. Die meisten dieser Zonen entstehen durch den Menschen. Städtewachstum mit immer mehr Abwässern, die in Flüsse und Buchten geleitet werden, vor allem aber die Überdüngung in der Landwirtschaft setzen den Meeren zu. Dort macht der Dünger nämlich das, was er soll – er sorgt für ein schnelles Wachstum der Pflanzen, Algen und Plankton. Sterben diese ab, werden sie von Bakterien zersetzt, die dann den Sauerstoff im Wasser aufbrauchen. Die größte Todeszone befindet sich vor unserer eigenen Haustüre. Die Ostsee – in ihr schwindet jedes Jahr im Sommer der Sauerstoffgehalt im Meer auf einem Areal von mindestens der Größe Irlands.

 

Während Deutschland seine CO2 Emissionen senken konnte, ist weltweit ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

Während Deutschland seine CO2 Emissionen senken konnte, ist weltweit ein leichter Anstieg zu verzeichnen.

 

Der Klimawandel lässt sich nicht mehr leugnen. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt an und viele Pflanzen und Tiere verlagern Ihren Lebensraum oder sind gar in ihrer Existenz bedroht. Die Hilfsorganisation Oxfam macht deutlich, dass die Auswirkungen des weltweiten Temperaturanstieges auf die Nahrungsversorgung schlimmer sein werden als zuvor geschätzt. Somit erhöht sich auch das Potential für gewaltsame Konflikte und die Flüchtlingsproblematik wird weiterhin verschärft. Der Weltklimabericht zeigt aber eben auch auf, dass wir es noch selbst in der Hand haben, wie stark die Auswirkungen sein werden. Das ist die gute Nachricht! Allerdings müssen Regierungen weltweit dies Anerkennen und schleunigst handeln. Emissionen müssen stärker begrenzt werden als bisher und wir müssen wohl alle auch unseren Konsum überdenken. Vielleicht ist dieser Klimabericht ja auch ein Signal an die Politik, die Energiewende nicht auszubremsen sondern stärker voranzutreiben. Deutschland galt hier bislang weltweit als vorbildlich und sollte das auch in Zukunft sein.

 

Der dritte Teil des Weltklimaberichtes soll am 13. April vorgelegt werden und beschäftigt sich konkret mit den Möglichkeiten, wie die globale Erderwärmung abgebremst werden kann.

 

 

 

Verfasser des Beitrages

Jasmin Hamann unterstützt die Grünes Geld GmbH als Berater-Assistentin. Jasmin Hamann:”Ich freue mich, dass ich – neben meinem persönlichen Engagement (z. B. bei Greenpeace) – beruflich meinen Teil dazu beitragen kann, dass Nachhaltigkeit auch in der Finanzbranche kein Fremdwort mehr ist. Die Macht des eingesetzten Kapitals kann die Welt zum positiven verändern.”