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Main-Echo Wirtschaftstipp 24/2018: Bringen grüne Geldanlagen auch gute Renditen?

Dienstag, 09. Oktober 2018

 

WIRTSCHAFTSTIPP

 

Gerd Junker

 

Geschäftsführer Grünes Geld

 

 

 

 

Am Sonntag findet wieder der Aschaffenburger Ökomarkt statt. Seit über 10 Jahren sind wir mit dabei – bei sonnigem Herbstwetter und bester Laune. Viele Besucher stellen uns die Frage: Öko-Geldanlagen schön und gut, aber bringen die auch gute Rendite?

Die Antwort dazu lieferte der Hamburger Professor A. Bassen. Er untersuchte 2.200 Einzelstudien zu diesem Thema. Fazit: Unternehmen die ökologische, soziale Grundsätze berücksichtigen und ihr Unternehmen verantwortungsvoll führen, sind auch finanziell erfolgreicher.

Nachhaltige Investments erzielen nicht nur eine gleich hohe Rendite, sondern häufig eine höhere. So belegen 52 Prozent der Studien bei grünen Handlungsweisen positive finanzielle Effekte bei Aktien. Bei Anleihen zeigten sogar 64 Prozent einen positiven Effekt. Das liegt auch daran, dass grünere Unternehmen weniger Risiken eingehen. Wo keine Ölplattformen schwimmen, können auch keine kentern. Wo keine Atomkraftwerke sind, kommt es zu keinem Reaktorunfall.

Sie möchten mehr wissen? Dann besuchen Sie uns auf dem Ökomarkt!

 

 

 

 

Erschienen im Wirtschaftsteil der größten Tageszeitung am bayerischen Untermain, Main-Echo, Gesamtausgabe, 29. September 2018

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.
 

Was gibt es als Alternative zum Festgeld? – Mikrofinanz: anständige Zinsen

Freitag, 16. Januar 2015

Das Jahr 2015 ist erst wenige Tage alt und doch schon historisch. Abgesehen davon, dass die Meinungsfreiheit in Frankreich bedroht wurde mit einem feigen Terroranschlag, ist in der Finanzwelt ein weniger bedeutsames aber dennoch historisches Ereignis eingetreten. Erstmalig fielen die Zinsen der zehnjährigen Bundesanleihen unter den Zinssatz von 0,5 Prozent. Bei Laufzeiten von weniger als fünf Jahren sind die Zinsen bereits negativ.

 

Sparer treibt dies um, seit vielen Monaten rentieren sich ihre Anlagen immer weniger und viele fragen sich welche Alternativen es zum Festgeld gibt. Im Schnitt gibt es aktuell gut 0,5 Prozent für Tagesgelder und Festgelder mit einer Laufzeit von 12 Monaten.

Anleger denen Nachhaltigkeit in der Geldanlage nicht wichtig ist gehen oft den Weg über Festgeldvergleichsrechner. Dabei ist festzustellen, dass die interessanten Angebote oftmals nur für Neukunden gilt und nach ein paar Monaten Laufzeit stark abgesenkt werden. Mancher wechselt dann erneut die Bank um ein attraktiveres Angebot zu erhalten.

So landen diese Anleger beispielsweise bei der russischen VTB Bank. Diese lockte im Frühjahr mit einem Zinsangebot von 1,5 Prozent. Bereits nach drei Wochen fiel der Satz auf 1,00 Prozent. Auch regionale Banken sind hier nicht besser, so änderte die PSD Bank Hessen sechsmal ihre Konditionen im vergangenen Jahr. Die Spanne lag zwischen 0,30 Prozent und 1,35 Prozent.

 

Sparvolumen wächst weiter

 

Das Einlagenvolumen deutscher Sparer wächst dennoch weiterhin und knackte im November 2014 erstmals die 1.000-Milliarden-Grenze. Zu diesem Termin lag das Neugeschäftsvolumen der Banken für täglich fällige Einlagen privater Haushalte laut Bundesbank bei 1.013,535 Milliarden Euro – ein Plus von 2,35 Prozent.

Auch Festgeld für 6 oder 12 Monate Laufzeit erfreut sich trotz der historisch niedrigen Zinsen großer Beliebtheit. Der Sparer jammert und klagt über die niedrigen Zinsen doch legt er weiterhin an wie er es gewohnt ist.

 

Anständige Zinsen statt Niedrigzins

 

Ein Blick über den Tellerrand hinaus würde das Problem der Sparer lösen. Und einige der ethisch-ökologisch orientieren Geldanleger nutzen die Alternative zum Festgeld bereits mit großer Zufriedenheit.

Anständige Zinsen können mit der Geldanlage in Mikrofinanzfonds erzielt werden. Zwar ist das Geld nicht täglich verfügbar, doch mit einer Frist jeweils bis zum 15. Kalendertag des Vormonats des relevanten Quartalsendes, ähnlich wie ein Festgeld flüssig zu machen.

 

3,65 % Rendite

 

Vorab ein Blick auf die Rendite, denn die wertvollen sozialen Komponenten dürften für die Zinsvergleicher unter den Sparern an zweiter Stelle stehen.

Das Thema Mikrofinanz ist insbesondere bei Vermögenden und Stiftungen beliebt. Dies liegt insbesondere daran, dass die Renditeerwartungen zwischen 1-4,5 Prozent liegen und diese noch dazu mit einer sozialen Wirkung dahinter erzielt werden.

2014 durften sich die Anleger im Musterdepot soziale Verantwortung über eine Rendite von 3,65 Prozent nach jährlichen Kosten freuen. Die Erträge werden jährlich ausgeschüttet. Auch 2013 lag die Rendite mit 2,57 Prozent über Festgeldniveau. Der Ausblick für die kommenden Jahre ist sehr positiv.

 

Geringe Risiken

 

Keine Rendite in der Finanzwelt ohne Risiko lautet ein klassischer Spruch. Risiken sind unterschiedlich. Eine Verbraucherschützerin aus Hamburg verglich die Mikrofinanzanlage eins zu eins mit Festgeld. Dies ist vielleicht etwas zu gewagt, doch liegen die Risiken fernab von denen die Sparer mit Anlagen, die höhere Renditen ausweisen, in Verbindung bringen.

Die Schwankungen (Volatilität ann.) einer Anlage in Mikrofinanzfonds liegen bei nur 0,54%. Zum Vergleich Aktienfonds Deutschland bringen es auf eine Volatilität von 18-23%.

Selbst sicherheitsorientierte Sparer dürften mit der geringen Schwankung,die Mikrofinanzanlagefonds mit sich bringen, gut schlafen.

Darüber hinaus bietet die breite Streuung über verschiede Kontinente und Länder sowie zahlreiche Kreditnehmer eine Risikominimierung. Die Gelder verteilen sich derzeit auf

55 452 Kreditnehmer, davon sind 73% Frauen. Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt 1.115 USD. Aktuell weist der Anlagefonds IIV-Mikrofinanzfonds ein Volumen von knapp 79 Millionen aus.

 

Chart mikrofinanz

 

Wirkung der Gelder

 

Mikrofinanzfonds vergeben Darlehen an Mikrofinanzinstitute, diese wiederrum reichen die Mittel an zahlreiche Kleinstkreditnehmer weiter. Ein Großteil der Kreditnehmer gründet damit eigene Kleinunternehmen oder nutzt das Geld um in der Landwirtschaft Anschaffungen zu tätigen.

Die jüngsten Investitionen des IIV-Mikrofinanzfonds sind nach Kirgistan geflossen. Das zentralasiatische Land mit 5,5 Millionen Einwohnern hat bewegte Zeiten hinter sich. Aufgrund Korruption, steigenden Energiepreisen und einer Wirtschaftskrise kam es zu einer Revolution mit sich anschließenden ethnischen Unruhen. Auch wenn sich die Situation wieder normalisiert hat benötigt das Land wirtschaftliche Hilfe um sich zu entwickeln. Mikrofinanz ist ein Teil dieser Hilfe. Vor Ort gibt es 436.000 Mikrofinanzkunden und rund 400 Mikrofinanzinstitute. Zweien dieser Institute wurde Darlehen gewährt. Der Großteil der Kredite geht in die Landwirtschaft zu Kleinbauern etwa 20 Prozent in den Handel.

 

Laufendes Risikomanagement

 

Das Risikomanagement des Fonds gewährleistet eine lückenlose und umfassende Überwachung der allgemeinen und spezifischen Risiken. Es wird genau analysiert, ob das Mikrofinanzinstitut den Gedanken der Mikrofinanzierung lebt, das bedeutet armen Menschen den Zugang zu Finanzdienstleistungen ermöglicht, Frauen fördert und unethische Geschäftspraktiken ausschließt. Eine kontinuierliche Überwachung der sozialen Kriterien ist durch ein internes soziales Bewertungssystem gewährleistet.

 

 soziale Verantwortung