Autor: Gerd Junker 7. März 2019

So legen Sie 30.000 Euro richtig an

 

 

Immer wieder kommen Anleger auf uns zu und wollen einen bestimmten Betrag anlegen, hauptsache ethisch-ökologisch. Doch dazu muss man noch vieles mehr wissen, zum Beispiel die Risikoneigung, die zur Verfügung stehende Zeit oder auch wie wichtig es ist, zwischenzeitlich auf das Geld zugreifen zu können. So haben wir in den letzten 18 Jahren sicherlich tausende individuelle Lösungen gefunden.

 

Jetzt möchte ich versuchen, Euch die am meisten verwendeten Lösungen für die Frage, wie man 30.000 Euro gut anlegt, darstellen. Das ist eine Basis für Eure Entscheidungsfindung, aber natürlich keine Finanzberatung.

 

INHALT

 

 

Das sollten Sie vorab wissen

 

 

Bei jeder Entscheidung für eine Geldanlage macht die Asset-Allocation rund 2/3 des Erfolges aus, die konkret gewählten Produkte nur 1/3.

 

 

Doch was ist die Asset-Allocation? Es geht darum, in welchen Anlageklassen wieviel Prozent meiner Anlage getätigt werden sollen. Anlageklassen können dabei Bankeinlagen sein, Bausparverträge, Lebensversicherungen, Aktien, Anleihen, Fonds, Derivate und so weiter.

 

 

Die Asset-Allocation ist das Wichtigste. Wenn Sie Ihr Geld in einen Bausparvertrag anlegen, erhalten Sie meist weniger Rendite als die Preissteigerungsrate ist. Egal, ob Sie die schlechteste oder die beste Bausparkasse auswählen.

 

 

Deshalb stelle ich bei allen Lösungen als den wichtigsten Punkt die Asset-Allocation dar. Eine Produktempfehlung ist dann nur der i-Punkt, falls Sie einem diese Muster-Fälle folgen möchten.

 

 

Lösung 1: Ich möchte hohe Sicherheit, aber etwas mehr Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto

 

 

Hier geht es um Anleger, die sich eigentlich um ihr Geld nicht kümmern möchten. Das Geld soll einmal angelegt werden und dann ohne große Schwankungen oder Risiken möglichst lange so bleiben.

 

 

Diese Anleger haben früher in Sparbücher, Sparbriefe, Tagesgeldkonten oder Bundesschatzbriefe angelegt. Sicherheit und Nerven schonen stehen an erster Stelle.

 

 

In einer Welt ohne Zinsen suchen diese Anleger Alternativen, denn sie wissen, dass die Preissteigerungsrate von 1,5 bis 2 Prozent jährlich an Ihren Ersparnissen knappert. Jedes Jahr verliert ihr Geld 2 Prozent an Kaufkraft; in 10 Jahren sind das ungefähr 20 Prozent an Wertverlust.

 

 

Die mögliche Lösung für diese Anleger: eine Investiton in Mikrofinanz. Dabei stellen die europäischen Anleger Geld zur Verfügung, aus dem in Schwellenländern Kleinstkredite gemacht werden.

 

 

Die Kleinstkredite helfen zum Beispiel der Näherin in Bolivien, dass sie ein kleines, eigenes Unternehmen gründen kann. Das Eigentkapital von vielleicht 2000 Dollar dafür hat sie nicht und eine konventionelle Bank verleiht solch kleinen Summen überhaupt nicht – alleine die Prüfungskosten für die Kreditvergabe wären schon zu hoch.

 

 

Das sich der Anleger an einem deutschen Fonds beteiligt, der hundertausende von Kleinstkrediten bedient, ist die Streuung und in der Folge die Sicherheit sehr gut.

 

 

Übrigens sind Ausfallraten der Kredite sehr niedrig: mehr als 98 Prozent der Kleinstkredite werden zurück gezahlt. Die verbleibenden 2 Prozent werden in die Kredite einkalkuliert, so dass der deutsche Anleger eine schwankungsarme und sichere Geldanlage erhält.

 

 

Fazit: Dieser Anleger könnte die 30.000 Euro in Mikrofinanz anlegen.

 

 

Wir haben in unserem Musterdepot Soziale Verantwortung die aus unserer Sicht besten Mikrofinanz-Fonds zusammengestellt.

 

 

 

Lösung 2: Ich weiß überhaupt nicht was ich will – nur eine ausgewogene Geldanlage mit guter Sicherheit und guter Rendite

 

Wahrscheinlich ist das in unserer Beratungspraxis der häufigste Fall. Das Geld soll gut angelegt werden – aber was „gut“ ist, weiß der Anleger nicht so genau. Es soll eine ausgewogener Mix sein zwischen Sicherheit, Rendite, Verfügbarkeit und natürlich auch gute Nachhaltigkeit bieten.

 

Die Lösung besteht hier in der Asset-Allocation aus 3 unterschiedlichen Blöcken.

 

Block 1: Sicherheit und Verfügbarkeit

 

Analog zur „Lösung 1: Ich möchte hohe Sicherheit, aber etwas mehr Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto“ werden die ersten 10.000 Euro in Mikrofinanzen angelegt. Damit kann ungefähr die Preissteigerungsrate ausgeglichen werden und wer möchte, kann immer zum Quartalsende (31.3., 30.6., 30.9., 31.12.) jeden Jahres über das Geld verfügen. Schwankungsbreite und Risiken sind gering.

 

Block 2: Rendite und Flexibilität mit einem ausgewogenen Wertpapierdepot

 

Im zweiten Block streben wir nach mehr – wir möchten langfristig mehr Rendite erzielen. Dafür sind Sie als AnlegerIn aber bereit, größere Wertschwankungen als bei den Mikrofinanzen in Kauf zu nehmen. Alles sollte aber immer noch in einem moderaten Rahmen mit überschauberem Risiko geschehen. Wir wählen deshalb ein ausgewogenes Depot, das je zur Hälfte aus Aktien und zur Hälfte aus Anleihen besteht.

 

Es sollte grundsätzlich ein weltweiter Ansatz verfolgt werden, um Schwankungen in einer Region mit Schwankungen in anderen Regionen der Welt auszugleichen. Gleichzeitig mischt der Anleger damit Währungen, die ja ebenfalls Schwankungen unterliegen. Eine breite Streuung sorgt dafür, dass auch unterschiedliche Branchen mit Ihren eigenen Wirtschaftszyklen im Depot sind.

 

Wichtig: Für ein ausgewogenes Wertpapierdepot sollte der Anleger mindestens 5 Jahre Anlagedauer einkalkulieren; je länger, umso besser.

 

Theoretisch kann ein Anleger das selbst vornehmen: Aktien und Anleihen selbst mischen und kaufen. Wer aber möglichst wenig mit der Geldanlage zu tun haben möchte und kaum über Erfahrung verfügt, dem empfehlen wir an der Stelle ein ausgewogenes Fondsdepot für die 10.000 Euro in Block 2.

 

Block 3: Gute Renditen ohne Börsenschwankungen

 

Im dritten und letzten Block empfehlen wir diesem Anleger einen Blick auf Sachwert-Investments zu legen, in unserem Fall wären das zum Beispiel Investitionen in Wälder, Solar, nachhaltige Immobilien oder Windkraft.

 

Dabei wird das Geld von 500 bis 1000 Anlegern gebündelt und es wird in ganz konkrete Sachwerte investiert. Mit dem Geld können also Wälder aufgeforstet, Photovoltaik-Kraftwerke gekauft oder Windkraftwerke betrieben werden.

 

Jedes Sachwertinvestment hat seine eignen Vor- und Nachteile. Wenn alles wie geplant funktioniert, locken 4 bis 5 Prozent an jährlicher Rendite. Häufig wird diese sogar jährlich oder noch häufiger ausgeschüttet.

 

Weshalb das nicht jeder macht? Den tollen Renditen stehen meist längere Laufzeiten und höhere Risiken gegenüber. Während zum Beispiel die Risiken beim in Block 2 genannten Wertpapierdepot nur in Wertschwankungen bestehen, die bei ausreichend Geduld auch wieder ausgeglichen werden, können bei gravierenden Schieflagen von Sachwertinvestments die eingesetzten Gelder auch größtenteils oder gar komplett verloren gehen.

 

Konkret: Im aktuellen Umfeld wäre möglicherweise das Projekt Erneuerbare Energien 10 interessant. Es wurde von einer Rating-Agentur mit dem Risiko 3 (von 5 Stufen) eingeschätzt und gilt entsprechend als ein geeignetes Einsteigerprojekt, bei dem die Risiken klein gehalten werden. Trotzdem werden über die Jahr rund 50 Prozent Gewinn erzielt.

 

 

 

 

Mögliche Lösung 2

 

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

 

 

Lösung 3: Ich möchte die maximale Rendite bei vernünftiger Sicherheit

 

Wer ausreichend Zeit mitbringt (10 Jahre oder mehr) und sich auch vor größeren Wertschwankungen nicht fürchtet kann Lösungen wählen, die langfristig hohe Renditen versprechen – bei guter Sicherheit.

 

Ich spreche von Themeninvestments über Aktienmärkte. Als Anleger investiert man zum Beispiel in Unternehmen, die an der Lösung der weltweiten Wasser-Probleme arbeiten. Das können Unternehmen sein, die Meerwasserentsalzungsanlagen anbieten, Filter bauen, Wasserlabore oder die sich um marode Wassernetzwerke mit auslaufenden Kanalrohren kümmern. Solche Wasserinvestments versprechen langfristig eine überragende Entwicklung, denn immer mehr Menschen steht immer weniger sauberes Wasser zur Verfügung.

 

Oder es sind Holzinvestments. Seit einigen Monaten ist die schon jahrelang geführte Diskussion über die Vermeidung von Plastik-Müll auch in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Wer den natürlichen Wertstoff Holz angenehmer findet, kann deshalb auch in Aktien von Holzunternehmen investieren. Das sind typischerweise große Waldbesitzer, Sägewerke oder Möbelhersteller. Auch für Holzinvestments ist die langfristige Perspektive aufgrund von seit Jahrzehnten abnehmenden Waldflächen bei zunehmendem Verbrauch sehr gut.

 

Der Klassiker im Bereich der ethisch-ökologischen Geldanlagen sind Klimaschutz-Depots. Dort finden sich Aktien von Unternehmen wieder, die Dämm-Materialen herstellen, Photovoltaik- und Windkraftwerke betreiben, Solarzellen produzieren, Windturbinen entwickeln, energieeffiziente Infrastruktur betreiben oder auf sonstige Art und Weise den Kampf gegen den Klimawandel voran treiben. Klimaschutzinvestments haben in der Vergangenheit aufgrund der Abhängigkeit von staatlichen Förder-Entscheidungen größere Wertschwankungen gezeigt, haben aber aufgrund der gerade erst einsetzenden Umstellung auf Erneuerbare Energien eine glänzende Zukunftsperspektive.

 

 

 

 

Mögliche Lösung 3

 

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

 

 

 

 

Lösung 4: Von den Börsen halte ich nichts. Ich will aber trotzdem 4 Prozent Rendite im Jahr.

 

Um höhere Renditen zu erzielen suchen viele Menschen aktuell den Weg an die Börsen. Wie das Deutsche-Aktien-Institut DAI meldet ist die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland um eine Viertelmillion im Jahr 2018 gestiegen. Aber wie ein altes Bonmot über die Börse aussagt: „Börsengewinne sind Schmerzensgeld“; um sich über ein hübsche Rendite an den Aktien freuen zu können, muss man vorher viel Geduld mitgebracht und so manches Tief ausgesessen haben.

Mancher Anleger löst das über die oben bereits beschriebenen Sachwertinvestments. Aus dem Anlegergelder wird ganz konkret und ohne viel Umwege in Sachwerte wie Immobilien, Wälder oder Kraftwerke investiert.

 

Sachwertinvestments tragen immer spezifische Risiken in sich – deshalb muss der Anleger zwingend selbst auf eine ausreichende Streuung achten, das Geschäftsmodell gut verstehen und das Risiko selbst einschätzen und tragen können.

 

Wer das beachtet erzielt mit Sachwertinvestments Renditen im Bereich 4 bis 5 Prozent jährlich. Häufig werden die Gewinne jährlich an die Anleger ausgezahlt.

 

 

 

 

 

Mögliche Lösung 4

 

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

10.000 Euro anlegen in

 

 

 

 

Lösung 5: Machen Sie den Grünes Geld Test

 

Sie sind sich nicht klar, ob diese Lösungen wirklich zu Ihnen passen? Oder Sie suchen spezielle Lösungen für die Altersvorsorge, zur Vermeidung von Steuern oder für Ihre Kinder? Vielleicht wäre der Grünes Geld Test etwas für Sie. Beantworten Sie in ein paar Minuten online unsere Fragen und wir schlagen Ihnen eine mögliche Lösung vor.

 

 

 

 

 

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

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