Autor: Gerd Junker 27. August 2010

USA verlieren ein A im Länderrating

Von Ratings hängt viel ab. Deshalb sind Sie so wichtig. Wenn sich z.B. ein Unternehmen Geld vom Kapitalmarkt leihen will hängt der Zinssatz ganz erheblich davon ab, wie gut es „gerated“ ist. Gutes Rating, niedrige Zinsen zu zahlen – schlechtes Rating, hohe Zinsen zu zahlen. Ganz einfach also. Und ähnlich ist es bei Staaten – auch dort gilt diese einfache Regel.




Deshalb sind Ratings also wichtig. Die Unternehmen, die Ratings erstellen, müssen unbedingt unabhängig sein, sonst ist das ganze System wertlos. Doch wie kann es sein, dass sich der US Finanzminister Tim Geithner im Februar zu der Aussage verleiten lies, dass die USA niemals die Bestnote AAA verlieren würden?

Nun, ganz sicher könnte er das sagen, wenn er Einfluss auf die Rating-Agenturen hätte. Die führenden Rating-Agentur der Welt sind S&P, Moody’s und Fitch – allesamt amerikanische Unternehmen. Und allesamt haben bei der Bewertung der US-Immobilienkrise auf ganzer Linie versagt – die Bewertungen blieben bis es nicht mehr anders zu halten waren oben. Die Folgen der Immobilien-Blase sind bekannt.

Nun hat auch China eine Rating-Agentur. Diese, Dadong, hat nun eine erste Studie über 50 Staaten herausgegeben. Sicher auch nicht frei von politischen Zwängen, aber sicher unabhängig von den USA. Das Ergebnis weicht lehrbuch-haft von den Studien der US-Rating-Agenturen ab – denn erstmals verlieren die USA die Traumnote AAA und werden auf AA abgeratet.

Aber auch Kanada, die Niederland oder Deutschland müssen mit Abwertungen gegenüber den bisherigen Ratings zurecht kommen – bei allen aber weniger heftig als bei den USA. Denn während USA auf AA heruntergestuft wurde, dürfen diese Länder mit AA+ als ebenbürtig zu China dastehen. Immerhin.

Für Nachhaltigkeits-Ratings gelten natürlich andere Gesetze. Allerdings belegen die hier erwähnten Staaten in Nachhaltigkeits-Ratings keine führenden Plätze. In der Staaten-Wertung z.B. der Züricher Kantonalbank, einem der führenden nachhaltigen Institute weltweit, belegen Schweden, die Schweiz und Norwegen die ersten drei Plätze.

Die USA tauchen im Nachhaltigkeitsrating allerdings doch wieder an prominenter Stelle auf: von allen 30 untersuchten Ländern belegten Sie den 30. und damit letzten Platz.

Wer die Studie lesen möchte, kann sich gerne über die www.gruenesgeld.net Seite und dort das Kontaktformular bei uns melden.

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