Autor: Gerd Junker 21. Januar 2019

Bayern: Volksbegehren Artenvielfalt ab 31. Januar beachten

 

 

 

Wissenschaftler des EU geförderten Copernicus Climate Service (C3S) haben herausgefunden, dass das Jahr 2018 das viertwärmste in der Geschichte war. Die letzen 4 Jahre waren die wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1880 (und wahrscheinlich auch noch viel länger davor)

 

Erinnern Sie sich noch an Urlaubsfahrten mit dem Auto vor 20, 30 oder 40 Jahren? Die Windschutzscheibe war voll mit Insekten und bei jedem Tankstopp gehörte das Putzen derselbigen dazu. Heute fährt man bis nach Italien und hat immernoch eine saubere Scheibe. Was für den Autofahrer nur eine Randnotiz ist, ist für eine Natur eine Katastrophe (noch) unbekannten Ausmaßes.

 

Der Spiegel, ganz sicher nicht im Ruf sich besonders für ökologische Belange einzusetzen, schreibt in seinem online Artikel vom 17. Mai 2017 von einem Insektensterben von 80 Prozent seit 1980.

 

Die bayerischen Bürger haben jetzt die Möglichkeit im Rahmen eines Volksbegehrens für mehr Artenschutz einzutreten und eine ganze Reihe von Maßnahmen dazu anzustoßen. Das Bürgerbegehren fordert folgendes:

 

„In Bayern gehen viele Tier- und Pflanzenarten massiv in ihrem Bestand zurück oder sterben sogar aus. Besonders betroffen sind Insekten, die um ca. 75 % zurückgegangen sind. Jeder, der mit dem Auto unterwegs ist, erlebt diesen Bestandsrückgang: Während früher die Windschutzscheibe mit toten Insekten bedeckt war, kann man heute wochenlang fahren ohne das Fenster zu putzen. Der Rückgang der Insekten verläuft zeitgleich mit dem Rückgang blühender Wiesen und anderer natürlicher Lebensräume, welche die Insekten für Nahrung und Fortpflanzung benötigen. Darunter leiden auch alle Insektenfresser, allen voran viele Vogelarten. Dieser Rückgang ist nicht nur ein Verlust unserer Lebensqualität, sondern eine eine konkrete Gefahr für unsere Zukunft. Denn wenn das Zusammenspiel zwischen der Pflanzen- und Tierwelt und dem Menschen gestört wird, wird vieles, was wir heute als selbstverständlich erachten, in Zukunft nicht mehr möglich sein– allem voran die natürliche Bestäubung der Pflanzen durch Insekten. Wir möchten daher den Rückgang der Arten minimieren, indem wir das bayrische Naturschutzgesetz in wesentlichen Teilen verbessern.“

 

Die erste große Hürde ist genommen: das Volksbegehren Rettet die Bienen ist zugelassen, nachdem sich im Herbst 2018 ausreichend viele Mitbürger in die dazu notwendigen Listen eingetragen haben.

 

Nun wird es jedoch schwieriger: ab 31. Januar 2019 liegen in allen bayerischen Rathäusern (hier zum Rathausfinder) Listen aus, in denen sich 10 Prozent der Bayern innerhalb von nur 14 Tagen eintragen müssen, um das Vorhaben erfolgreich werden zu lassen.

 

Fazit: Wer in Bayern wohnt sollte sich spätestens jetzt über die Initiative informieren und entscheiden, ob das Volksbegehren unterstützen möchte. Die Zeit drängt: am 13. Februar 2019 kann man sich letztmalig eintragen.

 

 

   

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

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