Autor: carmenju 11. Oktober 2012

Was passiert mit meinem Geld in Mikrofinanzanlagen?

Ein Teil der Nachhaltigen Investition ist die Anlage in Mikrofinanzkredite. Für die Idee und deren Umsetzung wurde 2006 Mohammed Yunus mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Anleger die in sogenannte Mikrofinanzfonds investieren leisten aktiven Beitrag zur Armutsbekämpfung. Doch was passiert genau mit dem Geld?  Über den Fonds Invest in Visions können wir genauere Informationen bekommen. Hier investierte Gelder sind sehr transparent nachzuverfolgen.  Wir möchten den sozialen Nutzen von Geldanlagen in Mikrofinanz, wie unter Grünes Geld Soziale Verantwortung  erhältlich, an einer persönlichen Geschichte und an anhand eines Mikrofinanzinstitutes verdeutlichen. 

 

Die persönliche Geschichte des Mr. Abbas:

 

Mr. Abbas, ein Landwirt im abgelegenen Teil von Uganda, hat im Juni 2008 seinen 6. Mikrokredit ( den ersten hatte er vor 8  Jahren in Höhe von 500 USD bekommen und alle zurückgezahlt) von dem örtlichen Mikrofinanzinstitut in Höhe von 1.000 USD erhalten. Mit diesem Geld konnte er sich ein weiteres Stück Land kaufen und seine Einnahmen aus dem Anbau von Kaffee und Mantoke (Kochbananen) steigern. Durch diese Mehreinnahmen kann er seinen Kindern ( 11 an der Zahl) den Besuch der Schule in Uganda ermöglichen. Die beiden Älteren besuchen mittlerweile die Universität. Langfristig verhilft sich Mr. Abbas und seiner Familie damit aus der Armut und ermöglich seinen Kindern eine Ausbildung für ein „besseres“ Leben.

 

Kontrolle vor Ort

Bilderreihe vom Besuch bei Mr. Abbas in Uganda. Seine Kinder können alle die Schule besuchen. Ein nachhaltiger Schritt aus der Armut

Mr. Abbas hätte von einer kommerziellen Bank nie einen Kredit bekommen. Warum? Weil er keine Sicherheiten bieten konnte außer seiner eigenen Arbeitskraft. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Prinzip der Mikrofinanz. Mit einem „kleinen“ Kredit – diese liegen zwischen 20 USD in Asien und 3.000 USD in Osteuropa – wird diesen Menschen die Möglichkeit gegeben sich selbst aus der Armut zu befreien. Mikrofinanzinstitute, spezielle auf diese Zielgruppe ausgerichtete Finanzdienstleistungsinstitute übernehmen regional die Kreditvergabe.

 

Im September hat der Mikrofinanzfonds Invest in Visions Microfinance unter anderem in Kambodscha investiert.  Weshalb fiel die Wahl auf ein Mikrofinanzinstitut in Kambodscha?

 

Das Beispiel Prasac – Mikrofinanzinstitut in Kambodscha:

 

Kambodscha ist ein südostasiatisches Land, welches durch die Roten Khmer den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verfall erlebt hat. Die Roten Khmer wollten die Gesellschaft mit Gewalt in einen Agrarkommunismus überführen. Dieser Prozess umfasste auch die fast vollständige Vertreibung der Bevölkerung aus der Hauptstadt Phnom Penh und mündete in einem Massenmord an der kambodschanischen Bevölkerung. Bis zum Ende ihrer Herrschaft 1978 fielen den Roten Khmer nach Schätzungen etwa 1,7 bis 2,2 Millionen Kambodschaner zum Opfer.
31% der 14,4 Millionen Kambodschaner leben auch heute noch in bitterer Armut. Kambodscha exportiert neben Agrarerzeugnissen wie Reis, Gemüse, Kautschuk und Cashewnüssen auch Textilien (70% des Exports) und Rohstoffe. Das Wirtschaftswachstum betrug 2011 ca. 6%. Über 50% der Bevölkerung sind jünger als 25 Jahre.

 

Kambodscha hat einen regulierten Mikrofinanzmarkt. Die Einführung von transparenten Praktiken wie z.B. Effektivzins, Preismodelle und auch einem Kreditbüro (ähnlich Schufa) hat dem Mikrofinanzmarkt ein weiteres Wachstum verschafft. Mittlerweile wird 1,2 Millionen Menschen durch Mikrofinanzierung der Zugang zu Finanzdienstleistung verschafft.
Im September hat der Fonds ein Darlehen in Höhe von 1,5 Millionen USD an Prasac Microfinance Ltd., ein MFI mit einem Marktanteil von ca. 21% vergeben. Prasac bedient ca. 120.000 Kunden im ländlichen als auch städtischen Bereich, davon 70% Frauen. Prasac ist aus einem Entwicklungshilfeprojekt der EU (1995) hervorgegangen, welches die Landbevölkerung in Kambodscha fördern sollte. Mittlerweile ist das Mikrofinanzinstitut reguliert und kann seit 2011 auch Spareinlagen annehmen. Um weiter wachsen zu können benötigte Prasac den Kredit in Höhe von 1,5 Millionen USD.

 

 

Geldanlagen werden also immer noch benötigt um den Mikrofinanzbereich weiter zu fördern. Für den Anleger hier rechnet sich sein Engagement ebenfalls. Bei einer Verzinsung von etwa 2-4% pro Jahr wird die Geldanlage nebenbei noch höher verzinst als auf dem Tagesgeldkonto bei der Bank.

 

 

Verfasser des Beitrages:

Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst hier noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

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