Autor: Gerd Junker 16. Oktober 2012

Welche Sicherheit bietet ein Solarfonds?

Wenn Sie mit Ihrer Geldanlage nicht nur eine angemessene Rendite erzielen, sondern auch etwas für die Umwelt tun möchten, werden Sie sich auch mit Fotovoltaik- oder Solarfonds beschäftigen.

 

Ein Solarfonds ist ein Zusammenschluss von einigen hundert Anlegern, die gemeinsam eine große Solaranlage bauen und/oder betreiben. Der Zusammenschluss erfolgt meist in Form einer GmbH & Co. KG, in manchen Fällen auch in Form einer Genossenschaft.

 

Dabei werden große Umweltentlastung erzielt. Aktuelle Solarfonds, wie z.B. der Neitzel & Cie. Solarenergie 3 Deutschland, sparen nach Einschätzung des Ecoreporters jährlich 21.000 Tonnen CO2 ein und versorgen ca. 10.000 Haushalte (Durchschnittsverbrauch 3.5000 kWh) mit Strom.

 

Die jährlichen Renditen betragen 6-8 Prozent auf das eingesetzte Kapital. Doch welche Sicherheiten bieten Solarfonds für diese Rendite – wie ist die Investition abgesichert?

 

Bild von Solarkraftwerk mit Videoüberwachung

Wichtiger als die Videoüberwachung: die Sicherheit von Solarbeteiligungen ist hoch. Die Technik ist ausgereift und die staatlichen Garantien laufen über 20 Jahre.

 

1.) Sicherheit 1: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG

 

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist die Basis des Aufschwungs der Erneuerbaren Energien in den letzten 10 Jahren in Deutschland und, als Wegbereiter, auch in vielen anderen Ländern der Welt. Die Grundidee ist die, dass der erzeugte Strom zu einem fest vereinbarten Vergütungspreis, z.B. von 17,9 Ct/kWh, für 20 Jahre abgenommen wird. Perfekt – denn damit weiß der Anleger bereits beim Anschluss der Solaranlage an das Stromnetz, welche Vergütungssätze und damit welche Einnahmen in den nächsten 20 Jahren zu erwarten sind. Eine staatliche Garantie, die Solarinvestitionen in den Hauch von sicheren Bundesanleihen gibt.

 

2.) Sicherheit 2: Die Technik ist bewährt

 

Bereits 1839 wurde der photoelektrische Effekt durch den britischen Ingenieur Smith entdeckt, 1953 wurden in den berühmten Bell Laboratories in New Jersey die ersten massentauglichen Fotovoltaik-Zellen produziert. Eine 1955 hergestellte Zelle mit einem Wirkungsgrad von 6 % erreichte bei Messungen im Jahr 2002 immer noch einen Wirkungsgrad von 5,1% – die Technik ist also stabil und extrem langfristig einsetzbar.

 

Auch die zweite wichtige Komponente neben der Solarzelle, der zur Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom benötigten Wechselrichter, ist mittlerweile bewährt. Alle namhaften Hersteller wie SMA, Siemens oder Sunways gehen von einer Lebensdauer von mindestens 20 bis 25 Jahren aus. Trotzdem sichern sich die Solarfonds oft durch Vollwartungsverträge auch gegen den Ausfall der Wechselrichter ab. In jedem Fall bilden Sie Rückstellungen für den Ausfall von Bauteilen.

 

3.) Sicherheit 3: Politisch gewollt

 

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossen, der Umstieg zu den Erneuerbaren Energien unumkehrlich. Bis 2020 soll der Anteil der Erneuerbaren Energien am Strommix mindestens 35% betragen (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit).

 

Entsprechend wird auch weiterhin Solarstrom als wichtige Erneuerbare Energiequelle ausgebaut. Von heute ca. 30 GW auf 50 GW soll die Fotovoltaik-Kapazität noch nahezu verdoppelt werden. Es wird also auch weiterhin sinnvolle Investitionsmöglichkeiten im Bereich Photovoltaik geben. Es kann allerdings sein, dass die Renditen von aktuell 6 bis 8 Prozent, zukünftig etwas niedriger sein werden. Wichtig: solche zukünftigen Entwicklungen betreffen nicht die bestehenden Anlagen, denn diese behalten natürlich ihren garantierten Einspeisetarif für die vollen 20 Jahre.

 

4.) Wo drohen Risiken

 

Natürlich gilt auch im Bereich der Solarfonds, dass eine weit überdurchschnittliche Rendite mit Risiken einhergeht. Die Risiken sind bei allen Solarfonds ausführlich in den entsprechenden Prospekten dargestellt, doch welche Risiken drohen tatsächlich? Technisch könnte es z.B. sein, dass bestimmte Bauteile so häufig ausfallen und nicht über Garantien oder Wartungsverträge abgedeckt sind, dass die Rendite des Betreibers darunter leidet. Wirtschaftliche Risiken können entstehen, wenn die Fremdfinanzierung nach z.B. 10 Jahren Kreditlaufzeit, nicht mit einer wirtschaftlich sinnvollen Anschlussfinanzierung abgedeckt  werden könnte. Auch hier kalkulieren die Anbieter Sicherheiten ein, aber bei extremen Zins-Szenarien könnten Rendite – Einbußen entstehen. Und politisch könnte – ebenfalls in Extremsituationen wie einer drohenden Staatspleite z.B. der Bundesrepublik – die bestehende Förderzusage wiederrufen werden. 

 

 

Letztlich sind Solarfonds auch im Jahr 2012 noch eines der interessantesten Erneuerbare Energien Investments. Denn ein besonderer Vorteil der Solarenergie besteht nach wie vor: die Sonneneinstrahlung pro Jahr ist relativ konstant. Während z.B. Windkraft durchaus um 30% jährlich schwankt, ist die Ausbeute der Fotovoltaik mit Schwankungen von 10% pro Jahr sehr konstant. Das freut die Anleger.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Verfasser des Beitrages

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf XingFacebook oder Twitter

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