Autor: carmenju 12. März 2013

Wem gehören die Erneuerbaren Energien?

Morgen, Mittwoch 13.03.13 werden für EON, den zweitgrößten Energieversorger nach Marktwert in Mrd. weltweit, die Jahreszahlen für 2012 erwartet. EON ging im Januar noch von einem Gewinneinbruch von bis zu 15% aus. Als einer der Gründe wurde die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien, genannt. Aktuell sieht es jedoch so aus, dass die Sorge im Januar offenbar unbegründet war.

Die inzwischen bekannten vorläufigen Zahlen sprechen eine ganz andere Sprache. Erwartet wird eine Steigerung des Gewinns vor Abschreibung, Zinsen und Steuern (EBITDA) um etwa 16%. Das bereinigte Ergebnis soll sogar um 70% auf 4,3 Mrd. steigen.

Die Energiewende wird von den großen vier Energieversorgern Deutschlands immer als Bedrohung dargestellt. Für den Verbraucher sei dies nicht zu finanzieren, Arbeitsplätze würden gefährdet und so weiter. Dabei sparen die Erneuerbaren Energien langfristig viel Geld, denn dort gibt es keine Kosten für Primärenergie. Sonne, Wasserkraft und Wind sind nämlich kostenlos.

 

Ein Grund, dass EON, RWE und Freunde nicht begeistert sind,  könnten die Besitzverhältnisse der Kraftwerke für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sein.

Besitzverhälnisse Erneuerbare Energien

Gesamt: 53 000 MW; Erhebung von 2010, Besitzverhältnisse Kraftwerke zur Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie, Quelle: BUNDmagazin 1-2013,

 

Mehr als die Hälfte der Kraftwerke zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien gehören Privatpersonen und Landwirten, sei es nun individuell oder genossenschaftlich in Form von Bürgerprojekten organisiert. Die Demokratisierung der Stromversorgung hat also längst begonnen. Großkonzerne sehen Pfründe schmelzen und eine Energieversorgung in Bürgerhand ist auch seitens der Politik wenig gewünscht.

 

Erneuerbare Energien Kraftwerke: nur 6,5% gehören den Versorgern

 

Nur 6,5 % der Kraftwerke für Erneuerbare Energien werden von den vier großen Energieversorgern gehalten. Auch wenn das Interesse  in den letzten Jahren sicherlich gestiegen ist, halten die Konzern an Großkraftwerken und zentralen Strukturen fest. In ihrer Haltung erfahren sie vielfach Unterstützung.

 

 

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So  intervenieren Lobbygrupen wie die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ gegen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Diese Lobbygruppe wurde vor zehn Jahren durch den Arbeitgeberverband Gesamtmetall gegründet. Sie warnt  aktuell besonders vor den untragbaren Kosten der Energiewende. Dabei sind viele Betriebe der Metallbranche sowohl durch die Befreiung von der Umlage zur  Förderung erneuerbarer Energien fast komplett befreit, als auch bekommen die Großverbraucher der Metallbranche hohe Rabatte auf die Strompreise.

 

Somit bleibt den Privatpersonen und Landwirten, die sich über eine Befreiung der Umlage leider nicht freuen können, nur der Weg, Erlöse und Gewinne aus der Stromproduktion zu erzielen. Wie obige Statistik zeigt, wird dies auch schon rege genutzt.

 

Dass die Erneuerbare Energien Gesetz  Umlage nur bei Privatverbrauchern zu Verdruss führt, belegt eine ganz aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So ergab diese, dass zahlreiche Energieversorger die Erhöhung der Umlage für eine kräftige Preiserhöhung genutzt haben. So hätte die Erhöhungen teilweise bis zu 250% der Umlageerhöhung betragen. Die Erhöhung der Kosten für einen Zwei-Personen-Haushalt betrügen gerechtfertigterweise etwa 70 – 80€ pro Jahr. Einige Energieversorger erhöhten jedoch so drastisch, dass es zu Mehrbelastungen bis zu 219€ käme. Die Verbraucherzentrale wird die Anbieter abmahnen und gegebenenfalls vor Gericht ziehen. Da der Wettbewerb auf dem Strommarkt immer noch zu schwach ist, werden Preissenkungen an der Börse nicht an die Verbraucher weitergegeben.

 

Informationen zu Investitionsmöglichkeiten für Energie in Bürgerhand gibt es bei www.gruenesgeld24.de

 

 

Carmen Junker Verfasser des Beitrages:Carmen Junker ist Mit-Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

 

 

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Ein Kommentar zu “Wem gehören die Erneuerbaren Energien?”

  1. […] für die rund 23.000 Windturbinen in Deutschland ausmachen (siehe dazu auch unseren Artikel Wem gehören die Erneuerbaren?). Auslöser war für die privaten Geldanleger die Ökologie, aber Windparks sind auch einfach eine […]

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