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Klimakonferenz 2017 – Was bleibt von der COP 23?

Dienstag, 21. November 2017
Zusammenfassung: Auf der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn herrschte ein positives Klima. Jetzt stellt sich die Frage, wie die Verhandlungen sich auf das globale Klima auswirken werden und welche Maßnahmen konkret ergriffen werden, um die Erderwärmung zu stoppen.

 

Die Fidschi-Inseln bekommen die Klimaerwärmung bereits zu spüren.

Am vergangenen Freitag ist die Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn zu Ende gegangen. Die Konferenz stand in diesem Jahr unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln. Um den kleinen Staat im Südpazifik organisatorisch und logistisch zu entlasten, wurde zwischen dem 6. und 17. November in Bonn verhandelt. In der Bundesstadt am Rhein hat das Klimasekretariat der Vereinten Nationen seit dem Umweltgipfel in Rio 1992 seinen Sitz.

 

Bonn zeigte sich in den Verhandlungstagen als engagierter Gastgeber, der auf die große Zahl der Besucher aus aller Welt gut vorbereitet war. Bereits die eindrucksvolle Eröffnungsveranstaltung der COP 23 gab die Richtung der Konferenz vor. Auf der einen Seite arbeitsintensive Verhandlungen mit den offiziellen Vertretern der Staatengemeinschaft. Auf der anderen Seite ein breites Forum für Experten, Nichtregierungsorganisationen und zahlreiche Vertreter der Zivilgesellschaft.

 

 

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Biodiversität – Natürliche Vielfalt schützen und erhalten

Freitag, 23. Juni 2017
Zusammenfassung: In den vergangenen Jahrtausenden haben sich Tier- und Pflanzenarten, aber auch der Mensch, als extrem anpassungsfähig erwiesen. Der beschleunigte Klimawandel hat jedoch zur Folge, dass viele Arten sich nicht mehr mit den veränderten Lebensbedingungen zurechtfinden. Die Folge ist ein rasantes Artensterben und damit eine extreme Reduktion der Biodiversität. Diese Entwicklung hat ökologische, ökonomische und soziale Folgen für das menschliche Leben. Eine ganzheitliche Biodiversitätsstrategie soll entgegenwirken.

 

 

Der Wegfall von Arten, gefährdet die Balance.

„Diversity-Management“ etabliert sich seit seinigen Jahren, vor allem in großen und international aufgestellten Unternehmen. Der Begriff bezeichnet die heterogene Zusammensetzung eines Teams. Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Geschlechter, Altersklassen und Ethnien oder Herkunftsländern soll ein optimales Ergebnis erzielt werden. Schließlich werden unterschiedliche Sichtweisen und Erfahrungen in den Arbeitsprozess miteingebracht. Unternehmen, die in ihrer Personalpolitik auf „Diversity“ setzen, profitieren im Allgemeinen von soliden Arbeitsergebnissen und sind um eine diskriminierungsfreie Firmenführung bemüht.

 

Eine gute Entwicklung und gleichzeitig eigentlich keine neue Idee. Denn Vielfalt gehört zum Leben. Das Zusammenspiel und die Nutzung der unterschiedlichsten Fähigkeiten führt zu ausgewogenen Verhältnissen – das gilt nicht nur im Arbeitsleben und in der sozialen Interaktion, sondern genauso in der Natur.

 

 

Biodiversität – das Ideal der Vielfalt

Die natürliche Vielfalt ist der Masterplan der Diversität. In den letzten Jahrzehnten hat sich dafür der Begriff der Biodiversität durchgesetzt. Biodiversität beschreibt das komplexe Zusammenspiel aller lebenden Organismen und deren Abhängigkeiten voneinander. Damit zählen alle Tier- und Pflanzenarten aus sämtlichen ökologischen Systemen zur biologischen Vielfalt. Biodiversität findet also auf der ganzen Welt statt, auf dem Land genauso wie in den Meeren.

 

Rund um den Globus lassen sind drei Bereiche durch eine besonders hohe Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen gekennzeichnet. Dazu gehören die Tropen, die Ozeane sowie die Wälder. Um hier das rapide Schwinden der Arten zu bremsen, versuchen viele Nationen und Organisationen diese Ökosystems besonders zu schützen. Aber auch alte Kulturlandschaften stellen wertvolle Lebensräume für die Artenvielfalt dar.

 

Generell spielt bei der Biodiversität jedoch nicht nur die Menge der Arten eine wichtige Rolle. Genauso bedeutsam ist auch die richtige Zusammensetzung innerhalb der jeweiligen Lebensräume. Tier- und Pflanzenarten, die an die regionalen Gegebenheiten und das entsprechende Klima angepasst und aufeinander abgestimmt sind, bilden gemeinsam ein funktionierendes Ökosystem.

 

Biodiversität schließt in seinem Konzept den Menschen mit ein. Entsprechend bezieht sich der Erhalt der Artenvielfalt auch auf Tier- und Pflanzenzüchtungen, die eine Jahrtausende alte Tradition aufweisen.

 

 

Sicherung der Biodiversität ist Grundlagensicherung

CO2-Speicherung – wichtig für den Klimaschutz.

Die Erhaltung dieser genetischen Vielfältigkeit ist auch eine elementare Grundlage für das menschliche Leben. Ein Aspekt, der – gerade in den Industrienationen – rasch in Vergessenheit gerät. Der Schutz zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ist keine wohltätige Aufgabe, denn Fakt ist, dass durch massive Eingriffe und durch die Zerstörung vielfältiger Ökosystems nicht nur die Artenvielfalt in gefährdet wird. Der Mensch entzieht sich auch zugleich selbst die Lebensgrundlagen.

 

Schließlich ist eine intakte Biodiversität die Voraussetzung für die zuverlässige Befriedigung der Grundbedürfnisse menschlichen Lebens. Dazu zählen saubere Luft und Wasser, Klimaschutz durch die Speicherung des Treibhausgas Kohlendioxids (CO2) in Wäldern, Bodenflächen und den Ozeanen und – nicht zu vergessen – sämtliche Nahrungsmittel und Rohstoffe, die aus der Tier- und Pflanzenwelt entnommen werden.

 

Dass in diesem Bereich eine Schädigung der Artenvielfalt unabsehbare Konsequenzen für die Ernährung der Menschheit mit sich bringt, liegt auf der Hand. So sind heute nicht nur viele alte Arten bedroht, auch wertvolle Kulturpflanzen und – Tierzüchtungen verschwinden zunehmend von der Bildfläche, es setzen sich zunehmend Monokulturen durch und verdrängen die Artenvielfalt. Von den etwa 7.000 kultivierten Pflanzenarten, die der menschlichen Ernährung dienen, liefern beispielsweise aktuell nur noch 15 Arten rund 90 Prozent der Nahrung.

 

Darüber hinaus dient die biologische Artenvielfalt noch unzähligen weiteren Bereichen des modernen menschlichen Lebens, denn auch die medizinische Forschung profitiert von den reichen genetischen Ressourcen, der technologische Fortschritt orientiert sich vielfach an biologischen Vorbildern und kopiert gelungene Anpassungsstrategien für innovative Entwicklungen.

 

Wer also auf Vielfalt statt Einfalt setzt, hat gute Gründe die biologische Vielfalt auch weiterhin zu erhalten und auch die Schönheit des natürlichen Artenreichtums zu genießen. Der Schutz der Biodiversität ist dabei auch Teil der des Nachhaltigkeitsdenkens und der Verantwortung gegenüber kommender Generationen.

 

 

Bedrohung der Biodiversität

Riesen-Bärenklau – vor allem für Allergiker ein Problem.

Schätzungen der UNESCO zufolge, sterben täglich 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Die biologische Vielfalt ist eindeutig in Gefahr. Dafür zeichnen viele unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Vielfach werden gebietsfremde Tier- und Pflanzenarten als Grund für das Verschwinden einzelner Spezies gesehen und in der Tat verdrängen Neophyten, wie beispielsweise der Riesen-Bärenklau, heimische Kräuter. Aber das ist nur eine Facette der Bedrohung. Eine Große Gefahr stellt die direkte Zerstörung von Lebensräumen dar. Dazu zählen unter anderem großangelegte Brandrodungen, beispielsweise in Südamerika, bei denen unzählige Tier- du Pflanzenarten ihren Lebensraum verlieren. Aber auch kleine und große Infrastrukturprojekte entziehen heimischen Arten die Lebensgrundlage. Hinzu kommen der generelle Raubbau an der Natur und die zunehmende Übernutzung, wie etwa durch Überfischung, Überweidung und industrielle Landwirtschaft, Massen-Tourismus sowie Gewässer- und Bodenverschmutzung.

 

 

Convention on Biological Diversity – Biodiversität wird Chefsache

Menschen, Tiere und Pflanzen haben sich über die vergangenen Jahrtausende hinweg als extrem anpassungsfähig erwiesen und konnten so ihren Fortbestand sichern. Allerdings setzen zu rasch veränderte Umweltbedingungen sämtlichen Spezies stark zu, nicht alle werden sich in der nötigen Geschwindigkeit anpassen können. Damit verantwortet die Klimakrise auch den Verlust zahlreicher Arten. Eines der populärsten Opfer ist dabei der Eisbär, der bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

 

Um dem alarmierenden weltweiten Artensterben entgegenzuwirken, haben die Vereinten Nationen im Rahmen der Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro die Biodiversitätskonvention (Convention on Biological Diversity, kurz: CBD) auf den Weg gebracht. Die Konvention wurde Ende 1993 verabschiedet.

 

 

Schutz, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit

Vielfältige Lebensräume erhalten – auch für Einsiedler.

Der ganzheitliche Ansatz der Biodiversitätskonvention ist es, die biologische und genetische Vielfalt auf der Erde zu schützen und zu bewahren. Weiterhin ist die Staatengemeinschaft aufgefordert, die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen so zu organisieren, dass auch künftige Generationen noch ausreichende Lebensgrundlagen vorfinden werden. Außerdem sollen die Gewinne, die sich aus der Nutzung der natürlichen Ressourcen ergeben, gerecht verteilt werden.

 

Mit diesen drei Zielen geht die Biodiversitätskonvention über die klassischen Schutzansätze hinaus. Sie berücksichtigt nicht nur die ökologischen Aspekte des Problems, sondern bezieht auch die ökonomischen und sozialen Gesichtspunkte gleichberechtigt in das Konzept mit ein.

 

Diese umfassende Sicht der Dinge macht deutlich, dass die genetische Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt und die intakten Ökosysteme unverzichtbare Grundlage für das Leben der Menschen weltweit ist. Besonders in den – traditionell landwirtschaftlich geprägten – Entwicklungsländern wird deutlich, dass die biologische Vielfalt – sprich die heimischen Tier- und Pflanzenarten – die unmittelbare Voraussetzung für ein selbstständiges Leben und Überleben darstellen. Natürliche Ressourcen zu sichern ist damit auch eine wirksame Methode, Armut und Hunger zu bekämpfen.

 

 

Nationale Umsetzung der Biodiversitätskonvention

Naturschutz ist ein gesellschaftlich getragenes Thema in Deutschland. Allerdings bezog sich der Schutz von Fauna und Flora ausschließlich auf die heimischen Tier- und Pflanzengattungen und hatte kaum eine globale Dimension.

 

Wildkräuter – Vielfalt statt Einfalt.

Seit November 2007 setzt Deutschland die Biodiversitätskonvention mit der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. Neu an der Strategie ist, dass kein starrer Fahrplan vorgegeben wird, nach dem zu handeln ist. Vielmehr setzt die Strategie auf einen breit angelegten Dialogprozess und eine effektive Vernetzung gesellschaftlicher Gruppen, Unternehmen, Verbänden und Organisationen. Durch dieses Vorgehen, kann der Komplexität des Themas am ehesten Rechnung getragen werden, denn durch die Vielzahl der beteiligten Akteure ist eine 360-Grad-Sicht auf die Gesamtproblematik gegeben.

 

Die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ist fester Bestandteil der Bundespolitik. Mit rund 330 formulierten Zielen und 430 Maßnahmen zu allen relevanten Themen, zählt die deutsche Strategie zur Sicherung der Biodiversität zu den ambitioniertesten weltweit.

 

Im Rahmen dieser Strategie wurde zur Umsetzung der Biodiversitätsziele ein Förderprogramm entwickelt. Dieses Programm definiert die konkreten Fördermaßnahmen im Sinne der von UN definierten Zielsetzung. Abgestimmt mit Vertretern der Länder und Kommunen, Waldbesitzern, Landwirten sowie den Umwelt- und Naturschutzverbänden wurden nicht nur Schwerpunkte der Förderung ausgearbeitet. Auch vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Akzeptanz des Biodiversitätsprogramms und eine umfassende Informations- und Kommunikationskampagne gehören zum Programm. Besondere Förderung erfahren Projekte, die eine Leuchtturmwirkung für andere Regionen oder Länder haben können und besondere Maßstäbe setzen in Sachen Schutz der Biodiversität, nachhaltiger Nutzung und gerechter Verteilung.

 

 

Vier Schwerpunkte des nationalen Programms biologischer Vielfalt

Bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, hat Deutschland vier Förderschwerpunkte entwickelt.

 

Der erste Schwerpunkt umfasst die sogenannten „Verantwortungsarten“. Das bezeichnet die Tiere und Pflanzen, deren Bestand dringend gesichert werden sollte, weil sie nur oder zu großen Teilen in Deutschland vorkommen oder weil ihre Art weltweit gefährdet ist. Daher sind hier besondere Anstrengungen vorgesehen, um die entsprechenden Lebensräume zu erhalten oder wieder herzustellen.

 

Der Schutz von „Hotspots der biologischen Vielfalt“ ist das zweite große Förderziel. Hotspot-Regionen sind dabei besondere Lebensräume mit einer hohen Dichte und Vielfalt von Arten. Selbst das Industrieland Deutschland kann immerhin rund 11 Prozent der Landesfläche als Hotspots ausweisen. Dazu zählen Gebiete in den Alpen genauso wie die Küsten, aber auch Kulturlandschaften in den Mittelgebirgsregionen und Flusstälern.

 

Sauberes Trinkwasser – ein Service der Natur.

Die Natur bietet Menschen eine Existenzgrundlage und ist damit ein bedeutsamer Dienstleister. Die „Sicherung von Ökosystemdienstleistungen“ ist daher ein weiterer Förderschwerpunkt. Das klingt sehr formell, beschreibt jedoch die Sicherung der existenziellen Ressourcen, wie sauberes Trinkwasser, ausreichende Nahrungsmittel, Heilpflanzen und Energieträger. Außerdem schließt dieses Konzept die Speicherung von CO2 für einen wirkungsvollen Klimaschutz mit ein. Diese wichtigen Aufgaben geben den Ökosystemdienstleistungen einen hohen ökonomischen Wert. Um auch zukünftig auf die „Services der Natur“ zurückgreifen zu können, müssen diese Dienste nachhaltig genutzt werden.

 

Weitere Förderschwerpunkte des Biodiversitätskonzepts sind Maßnahmen, die eine beispielhafte und repräsentative Aufgabe übernehmen. Dazu werden ausgewählte Einzelprojekte besonders herausgestellt, um als Beispiel für ähnliche Maßnahmen zu dienen. Das können beispielsweise spezielle Bildungsprojekte sein oder auch konkrete Maßnahmen zu klimaschützenden Maßnahmen im städtischen Raum.

 

Die Umsetzung der Biodiversitätskonvention obliegt dem Bundesamt für Naturschutz. Gemäß dem ganzheitlichen Ansatz des nationalen Konzepts, sind jedoch auch weitere Behörden und Ministerien eingebunden. So setzt auch das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung  große Teile der Strategie mit um und unterstützt Partnerländer dabei, die biologische Vielfalt zu schützen und nachhaltig zu nutzen. Ziel der Entwicklungszusammenarbeit ist es dabei auch, dass die lokale Bevölkerung auch direkt von dieser Entwicklung profitieren kann. Das kann zum einen durch die Sicherung der Nahrungsautonomie sein, zum anderen werden auch Faktoren für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung gestärkt. Beispielsweise durch die nachhaltige Vermarktung von Heilpflanzen oder auch durch Projekte für einen klimafreundlichen Ökotourismus.

 

 

Komplexe Aufgaben – durchdachte Lösungen

Ein durchdachtes Biodiversitätskonzept kann helfen, die Lebensgrundlagen langfristig zu sichern. „Überzeugend ist vor allem, die drei Aspekte Ökologie, Ökonomie und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verknüpfen“, findet Carmen Junker, Gründerin und Geschäftsführerin von Grünes Geld, einem erfahrenen Anbieter nachhaltiger Geldanlagen. Auch die Finanzexperten von Grünes Geld arbeiten nach diesen drei Gesichtspunkten und bieten ihren Kunden ökologische und ethische Investments, die zugleich eine attraktive Rendite versprechen. So können auch private Investoren durch grüne Geldanlagen einen wirkungsvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten.

 

 

Portraitfoto Gerd Junker

Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

USA unter Trump – Klimapolitik im Rückwärtsgang

Donnerstag, 30. März 2017
Zusammenfassung: Donald Trump hat in dieser Woche die bisherigen Umwelt- und Klimaschutzprogramme der USA zurückgenommen. Damit müssen US-Behörden bei Entscheidungen die Auswirkungen auf das globale Klima nicht weiter berücksichtigen. Konkret verabschieden sich die USA damit auch von Grenzwerten bei CO2- und Methan-Emissionen und entfernen sich so von den Zielen des unterzeichneten Klimaschutzabkommens von Paris. Nicht vergessen hat Trump seine Wahlversprechen zur Kohleförderung. Ob diese jedoch wirklich Arbeitsplätze bringen wird, ist selbst in der Kohleindustrie umstritten.

 

 

Die Würfel sind gefallen – Trump beschließt Kurswechsel in der US-Klimapolitik.

Gerhard Schröder litt 1998 kurzfristig unter akuter Vergesslichkeit, als ihm die korrekte Bezeichnung des „Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ partout nicht einfallen wollte. Flapsig bezeichnet er das Ministerium in „Familie und Gedöns“ um. Ein Lapsus, den ihm nicht nur Senioren, Frauen und Jugend übel nahmen und der ihm – so räumte es der Altbundeskanzler in einem Interview ein, mittlerweile Leid tue.

 

Ob US-Präsident Donald Trump auch in einigen Jahren Reuegefühle überkommen werden, wenn er an seine Politik 2017 zurückdenken wird, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass Trump dringende Klimaschutzmaßnahmen im Allgemeinen für absolutes „Gedöns“ – amerikanisch „hullabaloo„, hält und den Klimawandel für nichts als „fake news“.

 

 

Aktuelles Dekret weicht Klimaschutz auf

US-Präsident Trump hat am Dienstag dieser Woche die US-Umweltschutzbehörde EPA (United States Environmental Protection Agency)  besucht und dabei ein Dekret erlassen, das die bisherigen Programme zum Umwelt – und Klimaschutz in den Vereinigten Staaten stark aufweichen wird. Kurzgefasst beinhaltet das Dekret einen Freibrief für die US-Bundesbehörden: Bei Entscheidungen müssen mögliche Auswirkungen auf den Klimawandel nicht berücksichtigt werden.

 

Verantwortung für Klimaschutz übernehmen – die USA bewegen sich auf dünnem Eis.

Kernpunkt des Dekrets ist die Abschaffung des „Clean Power Plans“, den Barack Obama während seiner Amtszeit versuchte auf den Weg zu bringen. Der Plan setzte bestehenden und geplanten Kraftwerken in den USA verbindliche Obergrenzen beim Schadstoffausstoß. Ziel war es, so die Emission von klimaschädlichen Treibhausgasen zu senken und bis zum Jahr 2030 ein Drittel unter den Emissionswerten aus dem Jahr 2005 zu liegen. Damit wollten die USA die CO2-Ziele des UN-Klimaabkommens von Paris erreichen. Allerdings hatte rund die Hälfte der US-Bundesstaten – vornehmlich republikanisch geführte Staaten – sowie Energiekonzerne gegen den Plan geklagt. Wegen rechtlicher Bedenken hatte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten den „Clean Power Plan“ – und damit die Klimastrategie der Demokraten – bereits vor einem Jahr vorerst außer Kraft gesetzt.

 

Weiterhin setzt Trump jetzt alles daran, dass die inländische Energieproduktion auf keinen Fall durch Maßnehmen zum Klimaschutz gebremst werden können. So hebelt Trump mit dem Dekret das bisherige Abkommen aus, demnach der Staat kein öffentliches Gebiet für die Kohleförderung verpachten darf.

 

Ebenfalls geändert – beziehungsweise herabgesetzt – wurden die Grenzwerte für Emissionen in der Öl- und Gasindustrie. Das hier freigesetzte Methan fördert den Treibhauseffekt noch stärker als das klimaschädliche CO2.

 

 

USA jenseits des Pariser Abkommens zum Klimaschutz

Die UN-Klimakonferenz in Marrakesch Ende des vergangenen Jahres hatte mitunter die Aufgabe, das Klimaschutzabkommen von Paris konkret auszugestalten. Auch die USA haben das Paris-Abkommen ratifiziert und sich damit den Zielen verpflichtet, die Erderwärmung zu begrenzen und dafür den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen zu reduzieren. Dass der Beginn des Klimagipfels mit der Wahl Donald Trumps in den USA zeitlich zusammenfiel, rückte die Frage nach der künftigen Klimapolitik der USA ins Zentrum des weltweiten Interesses. Schließlich hatte sich Trump im Wahlkampf stets als Leugner der Klimakrise inszeniert und stets die Notwendigkeit betont, Öl- und Kohleförderung weiter auszubauen. Jetzt mach Trump ernst. Experten gehen allerdings davon aus, dass eine offizielle Absage der USA an das Klimaschutzabkommen von Paris rechtlich zu aufwändig sind. Eher – so die Vermutung – werde die Regierung Trump in diesem Bereich einfach gar nichts unternehmen.

 

Ein fataler Stillstand für den Klimaschutz, denn Wissenschaftler gehen davon aus, dass es auch mit dem „Clean Power Plan“ für die USA schwierig geworden wäre, die gesteckten Ziele zum Klimaschutz zu erreichen, ohne staatlich kontrollierte Grenzwerte bei den Emissionen von Treibhausgasen und Förderung Erneuerbarer Energien wird der Klimaschutz jedoch nahezu unmöglich.

 

Eines der Probleme ist dabei auch, dass der Klimavertrag von Paris mehr oder weniger eine Selbstverpflichtung der Staatengemeinschaft darstellt. Die Vereinten Nationen können keine Umsetzung von den unterzeichnenden Staaten einklagen und sieht auch keinerlei Sanktionsmöglichkeiten vor.

 

 

Was kommt nach dem „Clean Power Plan“?

Mit der Aufkündigung des „Clean Power Plans“ stehen Trump und die EPA jetzt vor der schwierigen Aufgabe, ein neues Programm vorlegen zu müssen. Das wurde vom Obersten Gerichtshof vorgegeben, allerdings ohne Angabe einer konkreten Frist. Sollten Trump und EPA-Chef Scott Pruitt für die Strategie des Aussitzens entscheiden, drohen jedoch Klagen. Denn Umwelt- und Klimaschutzgruppen in den USA bringen sich aktuell in Stellung.

 

Widerstand gegen den Stillstand in der Klimapolitik hat bereits der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York, Eric T. Schneiderman, angekündigt. Gemeinsam mit 23 Bundessstaaten und Regionalbehörden will er das Dekret anfechten. Dabei erweist sich Schneiderman als erfahrener Widersacher. Bereits bei Trumps drastischer Streichung von Geldern des Umweltministeriums konnte Schneiderman den New Yorkern die direkten Auswirkungen klar machen und eine Klage anstrengen. Bekannt ist Schneiderman auch durch seine Klage gegen den deutschen Automobilkonzern VW im Rahmen des Diesel-Skandals.

 

 

 „America First“ in der Energiepolitik – es geht um die Kohle

Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass Trump mit seiner „America First“-Energiepolitik ernst macht und alle bisherigen Hürden für den Abbau fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas in den USA beseitigt. Klar ist allerdings damit auch, dass der Ausstoß an Treibhausgasen weiter ansteigen wird. Bereits heute zeichnen die USA für rund 16 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich.

 

Kohle soll Arbeitsplätze in den US sichern.

Trump hält seine Wahlversprechen konsequent ein. Während der Präsidentschaftswahlen bekannte er sich deutlich zur Kohle. Entsprechend publikumswirksam vollzog er auch die Unterzeichnung des Umweltdekrets in dieser Woche in Anwesenheit von Kohlearbeitern, denen er auch seine Wahl verdankt.

 

Mit einer Förderung der fossilen Energieträger will Trump die Vereinigten Staaten von teuren Energieimporten und ausländischen Energiequellen unabhängig machen. Die Tatsache, dass die USA bereits seit einigen Jahren faktisch ohnehin energieautonom sind, wird dabei vernachlässigt.

 

Zum anderen hat Trump neue Arbeitsplätze in der Kohleindustrie versprochen. Ob er dieses Versprechen halten kann, ist allerdings ungewiss und wird selbst von Unterstützern seiner Politik anzweifelt. Während in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch etwa eine viertel Million Amerikaner in der Kohleindustrie arbeiteten, waren es 2008 nur noch die Hälfte. Bis 2015 rutschte die Zahl der „Kumpels“ weiter unter die 100.000 Arbeiter. Der Marktanteil von Energie aus Kohle wird selbst innerhalb der Branche als wenig steigerungsfähig gesehen.

 

 

Die Zukunft der Erneuerbaren Energien in den USA

Die Entwicklung und den Ausbau Erneuerbarer Energien, wie Wind- oder Solarenergien, sollte selbst Trump nicht völlig zurückschrauben können. Schließlich haben sich Anlagen zur Erzeugung von sauberem Strom durchaus zu einem lukrativen Business-Modell entwickelt. Möglich ist hier allerdings, staatliche Subventionen in diesen Bereichen zurückzufahren.

 

Finanzexperten sehen hier allerdings keine besondere Gefahr. Durch den technischen Fortschritt und die Weiterentwicklung im Bereich der Energiegewinnung aus Sonne, Wind und Wasser, sind die Kosten zur Gewinnung regenerativer Energien stark gesunken. Entsprechend stehen Erneuerbare Energien auch ohne Subventionen kurz vor der völligen Wettbewerbsfähigkeit.

 

Abzuwarten bleibt auch, welchen Kurs die einzelnen Bundesstaaten in der Energiefrage einschlagen, denn bei ihnen liegt letztlich die Entscheidung, welche Ressourcen sie zur Energiegewinnung nutzen. Immerhin haben sich mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten freiwillige Ziele zum Ausbau Erneuerbarer Energien gesteckt.

 

 

USA ohne Vorbildfunktion

Unterschiedlich fielen die internationalen Reaktionen auf Trumps Abkehr von der bisherigen US-Klimapolitik aus. Während einige Staaten und Kommentatoren einen enormen Rückschlag für die globale Klimapolitik prognostizieren, bewerten andere den Rückzug der USA als weniger gravierend.

 

Zum einen, weil noch nicht klar ist, wie stark sich Trumps Linie in den USA tatsächlich durchsetzen wird. Zum anderen weil die USA nur ein Teil eines großen Puzzles darstellen. So gibt erklärt China, das Land mit dem derzeit höchsten Anteil an CO2-Ausstoß, dass es sich klar dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet sieht und weiter massiv in Erneuerbare Energien investieren wird. Klimaschutzexperten bestätigen, dass sich der Weg lohnt, für das laufende Jahr prognostizieren sie China fallende CO2-Emissionen in Höhe von einem Prozent.

 

 

Was Trump von Rockefeller lernen kann

Die Überzeugung, dass Erneuerbare Energien ein gewinnbringendes Investment sind, setzt sich zunehmend in der Finanzwirtschaft durch. Dabei zeichnet sich der Trend ab, Anlagen aus den Bereichen Kohle und Öl zu verkaufen und statt dessen in den Bereich der Erneuerbaren Energien zu investieren. In den USA zählen zunehmend institutionelle und Großanleger zu dieser „Divestment“-Bewegung.

 

Populäres Beispiel ist die Stiftung der Familie des legendären Öl-Magnaten John D. Rockefeller. Rockefeller begründete Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufbau von Pipelines und Raffinerien das enorme Vermögen der Familie. 2014 entschlossen sich die Erben des Standard Oil-Gründers, einen neuen Weg einzuschlagen und schichtete 860 Millionen Dollar aus dem Rockefeller Brothers Fund um in Erneuerbare Energieträger.

 

Auch für Anleger, die in einer anderen Größenordnung investieren wollen, sind klimaschützende Geldanlagen eine gute Entscheidung. Grünes Geld, erfahrener Experte für nachhaltige Geldanlagen, verfügt über ein breites Portfolio von Anlagen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Denn Sonne, Wind- und Wasser helfen, den Klimawandel aufzuhalten.

 

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Staaten – Volksrepublik China

Freitag, 24. März 2017
Zusammenfassung: China, das Land der Mitte, ist ein Land der Extreme: Auf der einen Seite ein gewaltiger CO2-Ausstoß, auf der anderen Seite enorme Anstrengungen beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Hochtechnisierte Industrienation mit ständig wachsenden Mega-Städten, gleichzeitig eine zunehmend vernachlässigte Landbevölkerung. Hohe Standards in der Bildung, niedrige in Sachen Menschenrechte. Bei der Bewertung der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele nimmt China Rang 76 ein. Es bleibt abzuwarten, wie das Land seine Position weiter ausbaut.

 

 

Das traditionelle China-Bild …

Klimakrise, Naturzerstörung, Bevölkerungswachstum, ein immer tiefer werdender Graben zwischen Arm und Reich, Kriege um Rohstoffe, extreme Unterschiede, wenn es um Fragen von Demokratie, Gleichberechtigung und Bildung gibt. Die weltweiten Konflikte sind vielfältig und komplex.

 

Dennoch haben sich immerhin 193 Staaten in den Vereinten Nationen zusammengeschlossen und 2015 gemeinsam insgesamt 17 Ziele , detaillierter aufgeschlüsselt in insgesamt 169 konkrete Zielvorgaben, beschlossen, um eine globale nachhaltige Entwicklung voranzubringen. Alle Staaten sind dabei aufgefordert, bis 2030 geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um ein stabiles, sozial- und ökologisch verträgliches Wirtschafts- und Sozialsystem in ihrem Land sicher zu stellen. Ein wichtiges gemeinsames Anliegen ist es, die fortschreitende Erderwärmung wirksam zu stoppen. Konkretes Ziel ist es, die ansteigende Durchschnittstemperatur auf der Erde nicht höher als 2 Grad Celsius, verglichen mit dem vorindustriellen Zeitalter, ansteigen zu lassen.

 

Wie weit die einzelnen Staaten bei der Erreichung der Ziele bereits gekommen sind, soll regelmäßig evaluiert und im SDG-Index (Sustainable Development Goals) veröffentlicht werden. Dabei haben im ersten Jahr besonders die Länder Nordeuropas gut abgeschnitten. Dennoch sind auch die Nachhaltigkeits-Vorreiter noch von einem optimalen Wert entfernt. Die besondere Hürde ist hier, wie das hohe Konsumniveau nachhaltiger gestaltet werden kann. Am unteren Ende der Tabelle finden sich die ärmsten Länder der Erde wieder. Hier müssen in erster Linie Hunger, Wassermangel und wirtschaftliche Armut bekämpft werden. 

 

In unserer Serie haben wir bislang die Spitzenreiter aus Skandinavien, den deutschsprachigen Wirtschaftsraum, die USA sowie die MENA-Staaten vorgestellt. Mit einem Blick in das Reich der Mitte, nach China, beenden wir die Serie zu nachhaltigen Staaten.

 

 

China – das große Land der großen Gegensätze

… das moderne China – wachsende Millionen-Städte.

China, offiziell die Volksrepublik China, nimmt in der Rangliste der nachhaltigsten Staaten Platz 76 ein. Mit 1,37 Milliarden Einwohnern ist China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Flächenmäßig nimmt China den vierten Platz hinter Russland, Kanada und den USA ein. Entsprechend seiner Ausdehnung und den daraus resultierenden unterschiedlichen topographischen Unterschieden, ist China ein Land der Extreme: Auf der einen Seite stehen 15 Metropolregionen, in denen jeweils mehr als 10 Millionen Menschen leben und die rasant weiter wachsen, zuletzt rund 2 Prozent pro Jahr. Auf der anderen Seite existieren sehr dünn besiedelte Gebiete, wie etwa die Innere Mongolei, wo noch ein sehr traditioneller Lebensstil gepflegt wird.

 

Chinas wirtschaftliche Einordnung hat sich in den vergangenen Jahren vom Schwellenland zu einer führenden Industrienation mit gewandelt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt reiht sich China auf Platz 2 hinter den USA ein. China hat sich dabei sehr stark im HighTech-Bereich positionieren können.

 

Problematisch zu sehen sind allerdings weiterhin die autoritären politischen Strukturen im Land. Zensur und Menschenrechtsverletzungen stehen trotz der zunehmenden Öffnung des Landes noch immer an der Tagesordnung.

 

 

Dicke Luft in China

Atemmasken gehören zum alltäglichen Bild in den Großstädten.

Regelmäßiger Smog-Alarm – Menschen mit Schutzmasken – besonders die Bewohner der chinesischen Millionenstädte leiden unter der starken Luftverschmutzung. Dennoch ziehen Jahr für Jahr Tausende vom Land in die Metropolen, um am wirtschaftlichen Aufschwung und der rasanten technologischen Entwicklung teilzuhaben.

 

Als einer der führenden Industrienationen zeichnet China auch maßgeblich für einen hohen CO2-Ausstoß verantwortlich. Dabei ist der genaue Anteil schwer zu ermitteln. Schätzungen gehen von einer CO2-Emission zwischen 6 und 8 Tonnen jährlich pro Einwohner aus. Teilweise wird China auch gut ein Viertel der weltweiten Treibhausgas-Emissionen zugeschrieben. Dabei spiele vor allem die starke Nutzung von Kohle in der Schwerindustrie eine belastende Rolle.

 

 

Klima- und Energiepolitik Chinas

China steht daher vor der Herausforderung, den ökonomischen Erfolg weiter auszubauen und gleichzeitig umwelt- und klimaschonender zu wirtschaften. Daher hat sich das Land ehrgeizige Ziele gesteckt, was den Ausbau Erneuerbarer Energien betrifft. Das Land hat den Klimaschutzvertrag der UN-Klimakonferenz von Paris ratifiziert und sich damit verpflichtet, seinen Beitrag zu leisten, um die Erderwärmung wirksam zu stoppen. Darüber hinaus hat China auch ein starkes Interesse daran, die benötigte Energie günstig im eigenen Land produzieren zu können. Entsprechend liegt der Fokus der chinesischen Regierung auf der Realisierung einer nachhaltigen Energiepolitik.

 

Bereits 2013 investiert China mehr in den Ausbau Erneuerbarer Energien als in Kohle und deckte mehr als 20 Prozent seines Strombedarfs durch Wasserkraftwerke, Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

 

Besonders stark investierte China dabei in die Sonnenenergie. Mit einer 12 Gigawatt Photovoltaik-Kapazität konnte das Land seine Kapazitäten in diesem Bereich verdoppeln und plant eine jährliche Erweiterung der Kapazität um mindestens 14 Gigawatt.

 

Auch im Bereich der Windenergie zeigt sich China engagiert und hat bis Ende des vergangenen Jahres bereits Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 168, 7 Gigawatt aufgebaut. Mit dieser Leistung nimmt China weltweit die führende Rolle im Bereich Windenergie ein.

 

Für den Ausbau der Wasserkraftwerke hat China enorme Anstrengungen unternommen. Mit dem Drei-Schluchten-Damm am Jangtse, dem drittgrößten Fluss der Erde, hat China das größte Wasserkraftwerk weltweit aufgebaut. Das gewaltige Infrastrukturprojekt zeigt auch den hohen Stellenwert der Stromgewinnung in der nationalen Politik. Schließlich wurden für die Realisierung des Stausees bislang insgesamt 1,3 Millionen Menschen umgesiedelt, schätzungsweise eine weitere halbe Million Menschen müssen folgen, wenn sich der Wasserspiegel anheben wird.

 

 

Ungleichgewicht Industrie und Landwirtschaft

China hat sich im internationalen Rennen um tragfähige wirtschaftliche Lösungen für mehr Nachhaltigkeit gut aufgestellt. Laut Analysen des US-amerikanische Worldwatch Institute gilt China als weltweit führender Produzent von Energiesparlampen, Windkraftanlagen und Photovoltaik-Modulen. Die Entwicklung technologischer Innovationen wird weiterhin durch die starke finanzielle Unterstützung von Forschungsprogrammen von staatlicher Seite begünstigt.

 

Wirtschaftlicher Fortschritt und umweltschonendes Handeln müssen Hand in Hand gehen, um eine nachhaltige Entwicklung zu realisieren. Aber eine nachhaltige Entwicklung basiert auf zahlreichen weiteren Säulen. In China ist – nicht zuletzt durch die starke Fokussierung auf die Industrie und Produktion – eine regelrechte Landflucht zu verzeichnen. Damit gerät das Gleichgewicht zwischen Urbanisierung und einer nachhaltigen Entwicklung auf dem Land – eines der 17 UN-Ziele – aus der Balance. Besonders strukturschwache Regionen Chinas leiden unter dieser Entwicklung. Beispielhaft für die Vernachlässigung der Landwirtschaft ist auch der bereits erwähnte Drei-Schluchten-Damm. Hier wurden die fruchtbaren Böden in der Jangtse-Region der Energiewirtschaft geopfert, die umgesiedelte Landbevölkerung muss zukünftig in weniger ertragreichen Gegenden leben. Schätzungen zu Folge, muss für den gleichen landwirtschaftlichen Ertrag eine fünfmal so große Fläche als am Jangtse bewirtschaftet werden. Angesichts des Bevölkerungsreichtums Chinas eine durchaus kritische Entwicklung.

 

 

Zwischenbilanz der Zielerreichung Chinas

Fit für die Wirtschaft – chinesische Schüler liegen im internationalen Vergleich vorne.

Für eine expandierende Wirtschaftsmacht ist der 76. Rang auf dem Zielerreichungsindex nur ein mäßiges Ergebnis. Für ein Land mit extremen Gegensätzen und einer langen Geschichte als Schwellenland dagegen, ist die Bilanz durchaus beachtlich. Im Gegensatz zu den USA, bei denen im Bewertungssystem der Zielerreichung die Ampel nur zwei mal auf „grün“ stand, kann China hier in drei Bereichen gute Ergebnisse für sich verbuchen: Gut bewertet wird die Qualität der Bildung, der Bereich „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ sowie „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. Dabei wird jedoch auch deutlich, dass die Teilziele auch genauer unter die Lupe genommen werden müssen. So verzeichnet China zwar nur eine geringe Arbeitslosigkeit, jedoch ist das Land in den vergangenen Jahren eher durch extrem belastende Arbeitsverhältnisse in die Schlagzeilen geraten. Beispielsweise durch den enorm hohen Druck in der Handy-Produktion. Ebenfalls kritisch ist, dass für den Bereich der Kinderarbeit keine Daten vorliegen, die in die Beurteilung einfließen.

 

Immerhin fünf mal steht die Ampel auf „gelb“. Dazu Zählen die Bereiche der Armutsbekämpfung, Gleichberechtigung, der Zugang zu sauberem Wasser, nachhaltiger Konsum und Produktion und schließlich auch der Ausbau sauberer Energie.

 

Extremer Aufholbedarf zeigt sich – aller Anstrengungen im Ausbau Erneuerbarer Energien zum Trotz – noch im Klimaschutz. Außerdem erreicht China desolate Werte im Bereich Schutz der Meere und Gewässer. Weiterhin problematisch bleiben die mangelnden demokratischen Strukturen des Landes, die sich in der ungünstigen Bewertung des Nachhaltigkeitsziels „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ niederschlägt.

 

 

Entwicklungshilfe und Investitionen

Eine Anforderung der UN ist es, dass die reichen Staaten die ärmeren Länder bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele unterstützen. Auch China hat beim UNO-Nachhaltigkeitsgipfel angekündigt, zwei Milliarden Dollar für einen entsprechenden Entwicklungsfonds bereitzustellen. Das positioniert China als wirtschaftlich erfolgreiche Industrienation. Auf der anderen Seite sind große Teile Chinas selbst noch schwach entwickelt. Damit spiegelt China generell die globale Komplexität wieder, die kaum noch mit den bestehenden Einordnungen und Begrifflichkeiten zu erklären ist. Als hybrides Staatswesen vereint die China Merkmale einer hochentwickelten Volkswirtschaft, eines Schwellen- und eines Entwicklungslandes.

 

Neben Chinas Entwicklungshilfe, investiert das Land bereits seit Jahren in wirtschaftlich wenig entwickelte Staaten Afrikas und Lateinamerikas. Bis 2030 sollen in diese Richtung mindestens zwölf Milliarden Dollar fließen. Dabei beurteilen andere Industrienationen das Engagement Chinas vor allem als Eigennutz und gehen davon aus, dass China so seinen enormen Rohstoffbedarf  und seine aufstrebende Stellung absichern will.

 

 

Ethische und ökologische Ziele gemeinsam erreichen

China ist ein interessanter Fall, denn hier zeigen sich die vielfältigen Widersprüche der Moderne und die Schwierigkeit einer Beurteilung.

 

Das Land bringt sich als eine führende Volkswirtschaft in Stellung und betreibt geradezu vorbildlich den Ausbau Erneuerbarer Energien. Gleichzeitig vergrößern Menschenrechtsverletzungen, Abhängen der Menschen auf dem Land und mangelnde Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung den Abstand zu den Standards vieler westlicher Staaten. Interessant ist daher, wie die einzelnen Staaten ihre Nachhaltigkeitsstrategien weiter umsetzen werden und wie die Platzierungen im nächsten SDG-Index aussehen werden.

 

Klar ist aber auch, dass ökonomische Interessen nicht von ethischen und ökologischen Aspekten abgekoppelt werden können. Das gilt für Volkswirtschaften genauso wie für die ganz individuelle Finanzplanung. Grünes Geld , kompetenter Anbieter nachhaltiger Geldanlagen, bietet daher seinen Kunden ein breites Angebot an sinnvollen Investments, die Unternehmen und Staaten unterstützen, die einen entscheidenden Beitrag für Mensch, Umwelt und Klima leisten.

 

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Staaten – Naher Osten und Nordafrika

Dienstag, 14. März 2017
Zusammenfassung: Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet, die alle Staaten der Welt bis 2030 umgesetzt haben sollen. Während die westlichen Staaten die ersten 50 Plätze im Ranking der Zielerreichung einnehmen, stehen viele Staaten Afrikas und Asiens vor der Herausforderung, grundlegende Ziele wie Armutsbekämpfung und Wasserversorgung zu erreichen. Der vierte Teil der Serie zu nachhaltigen Staaten richtet seinen Blick auf die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas.

 

 

Die MENA-Staaten – das Mittelmeer trennt und verbindet.

Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) weltweit, so lautet das große Ziel der Vereinten Nationen, deren Mitgliedstaaten drei Jahre lang eine umfassende Agenda zum Thema entwickelt haben. Aufgeteilt in 17 Teilziele geht es dabei um die großen Herausforderungen der Zeit. Bis zum Jahr 2030 sind die Länder aufgefordert, die für alle gleichermaßen relevanten ökonomischen, ökologischen und sozialen Ziele zu erreichen. Konkret sind das unter anderem ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den einzelnen Staaten zu entwickeln, Armut und Hunger zu bekämpfen, Bildung und Chancengleichheit für alle auf den Weg zu bringen und nicht zuletzt Umweltzerstörung und Klimawandel Einhalt zu gebieten.

 

Ihrer extrem ungleichen Ausgangslagen geschuldet, gehen die UN-Mitgliedstaaten die Herausforderung unterschiedlich an. In unserer Serie „Nachhaltige Staaten“ haben wir bereits einige Wege vorgestellt. Skandinavien hat vieles erfolgreich umgesetzt und ist bei Erreichung der Nachhaltigkeitsziele weltweit führend. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind gut unter den ersten zehn Staaten platziert und auch die übrigen westeuropäischen Länder sind auf den vorderen Plätzen des SDG-Rankings zu finden. Selbst die USA nehmen mit Platz 25 angesichts ihrer hohen CO2-Emissionen noch einen respektablen Platz ein.

 

Wie sieht es aber mit der nachhaltigen Entwicklung im Nahen Osten und Nordafrika aus? Welchen Stellenwert hat die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele in den krisengeschüttelten Staaten des Maghreb (Algerien, Libyen, Mauretanien, Marokko und Tunesien) auf der politischen Agenda und auf welche Punkte konzentrieren sich die einzelnen Länder? Beispielsweise hat Marokko als Gastgeber der UN-Klimakonferenz COP 22 im vergangenen November positive Signale in die Welt gesendet und bereits einige ambitionierte Anstrengungen unternommen, die lokale Energieversorgung mittelfristig vollständig aus regenerativen Quellen decken zu können. Im vierten Teil unserer Serie werfen wir also einen exemplarischen Blick auf einige MENA-Staaten (Middle East and North Africa).

 

 

Naher Osten und Nordafrika – So nah und doch so fern

Die  MENA-Region Naher Osten und Nordafrika erstreckt sich im süd-östlichen Mittelmeerraum von Marokko bis in den Iran. Dort leben insgesamt rund 380 Millionen Menschen. Besondere Herausforderungen der Region sind das Bevölkerungswachstum, steigende Arbeitslosigkeit und knappe Ressourcen.

 

Seit Ende 2010 ist ein politischer Wandel in vielen Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas spürbar geworden. Bis dahin wurden viele der Länder autoritär regiert und viele Grundrechte stark beschnitten. Intransparente Entscheidungen, mangelnde Informationen, strenge Reglementierungen der Medien und eine stark eingeschränkte Organisationsfreiheit machten eine politische Mitbestimmung der Bevölkerung schwierig bis unmöglich. Darüber hinaus waren und sind Frauen aufgrund gewachsener patriarchalischer Strukturen wirtschaftlich und sozial stark benachteiligt.

 

 

Vom arabischen Frühling zum islamistischen Winter?

Die Forderungen von Millionen Menschen nach einer umfassenden Demokratisierung der Gesellschaft führten in vier Staaten zu einem Sturz des bis dahin bestehenden autokratischen Regimes. 2011 wurden die Machthaber in Tunesien, Ägypten, im Jemen und in Lybien abgelöst. Der gesellschaftliche Umbruch ist jedoch auch weiterhin schwierig und trifft auf die gegenläufige Entwicklung einer radikalen Islamisierung. Entsprechend muss sich die Region auch weiterhin mit vielfältigen Problemen auseinandersetzen. Die Länder erreichen daher bei der Bewertung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Frieden und Gerechtigkeit“ maximal mittelmäßige Werte.

 

 

Wirtschaftliche Entwicklung in der Region

Die unterschiedlichen Länder Nordafrikas und des Nahen Ostens sind kaum unter einen Hut zu bringen.

Wie sich die Wirtschaft in den einzelnen Ländern künftig entwickeln wird, steht in starker Abhängigkeit von der politischen Stabilität. Fakt ist, dass bislang der Erdölexport sowie der Tourismus die beiden wichtigsten Säulen der Volkswirtschaften bildeten. Sowohl Landwirtschaft, als auch verarbeitende Industrie leisten keinen nennenswerten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt.

 

Dabei wird der Maghreb weltweit als wirtschaftlich am schlechtesten integrierte Weltregion bewertet. Exporte sind einseitig auf Europa ausgerichtet, während untereinander kaum wirtschaftliche Beziehungen bestehen. Diese wären auch schwierig, denn die in den 90er Jahren geplante Freihandelszone zwischen den fünf Ländern wurde wegen anhaltender politischer Differenzen nie realisiert. Dem entsprechend sind diese Länder vom UN-Nachhaltigkeitsziels „nachhaltiges Wirtschaftswachstum“ noch weit entfernt.

 

Sehr gute Ergebnisse erzielen hier jedoch durchaus einige MENA-Staaten. Für Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate steht hier bereits die Ampel auf grün. Überhaupt werden die wohlhabenden Golfstaaten viele UN-Entwicklungsziele gut erreichen können. Schwieriger wird es in den extrem armen Regionen wie beispielsweise dem Jemen, der zudem enorm unter dem Wassermangel leiden muss.

 

Ein weiterer Hemmschuh für die nachhaltige Entwicklung in vielen MENA-Staaten sind die andauernden, teilweise auch wechselnden Krisenherde. Zum einen die langanhaltenden Konflikte zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten, zum anderen im Irak. Durch den blutigen Bürgerkrieg in Syrien ist seit 2011 eine weitere Krisenregion hinzugekommen. Darüber hinaus stehen Konflikte – besonders um die Rechte von Minderheiten – in vielen weiteren MENA-Staaten auf der Tagesordnung. Die politischen Unsicherheiten in den Konfliktstaaten strahlen mittlerweile als Bedrohung der Sicherheit auf die ganze Welt aus.

 

 

Wasserarmut betrifft die gesamte Region

Inwieweit Ideologien die Ursache für erbitterte Konflikte sind oder ob Kämpfe nicht doch aufgrund knapper Ressourcen wie Wasser, Erdöl und Erdgas entstehen, bleibt vorerst ungeklärt. Tatsache ist, dass die MENA-Region weltweit zu den wasserärmsten Gebieten der Welt zählt. Regen ist eine Seltenheit und aufgrund der hohen Temperaturen verdunstet Feuchtigkeit rasch. Wasserressourcen ergeben sich ausschließlich durch Flüsse und Seen, davon haben weniger als die Hälfte (43 Prozent) ihren Ursprung in der Region. Die intensive Nutzung der Wasserressourcen durch eine wachsende Bevölkerung hat bewirkt, dass der Grundwasserspiegel Nordafrikas und des Nahen Ostens bereits stark abgesunken ist. Das hat zur Folge, dass die Bevölkerung teilweise nicht mehr ausreichend mit Trinkwasser versorgt und in der Folge auch keine Landwirtschaft mehr betrieben werden kann.

 

Bei der Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels „Wasserversorgung“ stehen die Ampeln bei den MENA-Staaten auf rot. Lediglich Marokko und der Libanon erreichen hier mittlere Werte.

 

Eine Verbesserung der Situation zeichnet sich nicht ab, denn hier macht sich die fortschreitende Klimakrise bereits bemerkbar. Die Temperaturen in der gesamten Region steigen an, die verheerende Trockenheit nimmt weiter zu und die Wüsten breiten sich weiter aus und bedrohen die Lebensgrundlagen der Menschen in allen Staaten.

 

 

Platzierungen der MENA-Staaten im SDG-Ranking

Nordeuropa konnte mit vielen erreichten Zielen in der nachhaltigen Entwicklung bislang souverän punkten, Mittel- und Südeuropa schlossen sich mehr oder weniger souverän an und auch die osteuropäischen Staaten sind unter den Top 50 zu finden. Extrem unterschiedlich fallen dagegen die Platzierungen der MENA-Staaten aus. Hier geht behauptet sich beispielsweise Israel auf Platz 29, Tunesien auf Platz 51, Saudi Arabien befindet sich auf Platz 85 und der Jemen liegt abgeschlagen auf Rang 137.

 

Deutlich wird dabei auch, dass besonders die ärmsten Länder der Welt die Schlusslichter des SDG-Rankings bilden, denn obwohl beispielsweise der Jemen einen geringen CO2-Ausstoß aufweisen kann (0,91 Tonnen pro Jahr und Einwohner), können die UN-Ziele wie die Beseitigung von Armut und Hunger, Zugang zu Wasser, Bildung, Gesundheitswesen und eine nachhaltige Entwicklung der Infrastruktur kaum erfüllt werden. Entsprechend stehen die reicheren Länder in der Pflicht, die ärmeren Staaten beim Erreichen der Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Eine besondere Priorität muss dabei – gerade in der MENA-Region – im nachhaltigen Wassermanagement sowie in der Sicherstellung der Ernährung und der nachhaltigen Landwirtschaft gesetzt werden.

 

 

Marokko – Im Westen durchaus Neues

Im vergangenen Jahr tagte die Klimakonferenz COP 22 mit guten Ergebnissen in Marrakesch. Das westlichste der MENA-Staaten gilt als politisch stabil. Nach Forderungen nach Reformen und mehr Demokratie Anfang 2011 kam es zu einer „Sanften Revolution“ und eine gesellschaftliche Erneuerung wurde angestoßen.

 

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bewertet Marokko nicht als sicheres Herkunftsland und beschreibt in seinem aktuellen Jahresbericht, dass der Staat auch weiterhin das Recht auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit stark einschränkt. Journalisten und Menschenrechtsanwälte sollen wegen ihrer Kritik an Staat und Verwaltung strafrechtlich belangt worden sein. Auch beim Nachhaltigkeitsziel der Gleichstellung der Geschlechter hat Marokko noch einen langen Weg vor sich. Gemäß einer Bewertung des Genfer Weltwirtschaftsforums, nimmt Marokko in Sachen Frauenrechten Platz 133 von 143 bewerteten Ländern ein.

 

Marokko belegt auf dem SDG-Ranking Rang 64, die Nachhaltigkeitsampel steht dabei 9 mal auf rot und 8 mal auf gelb. Wirtschaftlich bewegt sich Marokko in den üblichen Bereichen Erdöl und Tourismus. Allerdings nehmen auch Landwirtschaft und Bergbau zentrale Rollen ein. Außerdem verfügt das Land über große Rohphosphatvorkommen, die als Chemikalie und Düngemittel exportiert werden. Rund drei Viertel des weltweit geförderten Phosphats stammt aus Marokko.

 

Wasserfälle in Marokko.

Zwar steht beim Nachhaltigkeitsziel „Saubere Energiegewinnung“ die SDG-Ampel noch auf rot, allerdings hat sich gerade in diesem Bereich Marokko ambitionierte Ziele gesetzt. Aktuell liefert noch ein Kohlekraftwerk und ein Drittel des Strombedarfs, das soll sich jedoch in naher Zukunft ändern. Die konsequente Umsetzung des nationalen Energieplans ist aktuell das wichtigste politische Thema des Landes. Ziel ist es, die nationale Energieversorgung rasch von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare Energien umzustellen und die Energieeffizienz spürbar zu steigern.

 

Entsprechend investiert das Land in den Ausbau von Wind- und Solarenergie und konnte sich anlässlich der Weltklimakonferenz 2016 als wichtigen Treiber für den Klimaschutz auf dem afrikanischen Kontinent präsentieren. Bis zum Jahr 2030 soll mindestens die Hälfte der Stromversorgung mit Sonnen, Wind- und Wasserkraftwerken produziert werden. Der Grundstein für diese Entwicklung ist gelegt: Marokko verfügt über eines der weltweit größten Solarkraftwerke, das in Rekordzeit realisiert werden konnte. Neben dem Großprojekt setzt das Land auch auf kleine dezentrale Lösungen. So sollen künftig auch Solarmodule auf Hausdächern die Energieversorgung mit sichern.

 

 

Nachhaltigkeitsziele – anspruchsvoll aber erreichbar

Die UN-Nachhaltigkeitsziele sind vielfältig und anspruchsvoll. Das Beispiel Marokkos zeigt, dass auch Länder mit schwieriger Ausgangslage etwas bewirken können und mindestens Teilziele realisieren. Wenn sich noch mehr Staaten bewegen, kann viel verändert werden. Für Umwelt, Klima, Wirtschaftsentwicklung sowie soziale Gerechtigkeit.

 

Für eine solche Entwicklung brauchen alle beteiligten Staaten einen langen Atem und Geld. Denn um viele gute Ideen und Projekte umzusetzen, werden weltweit Investitionen benötigt. Eine gute Möglichkeit also, Geld sinnvoll und für eine nachhaltige Entwicklung anzulegen und gleichzeitig eine gute Rendite zu erwirtschaften. Grünes Geld, erfahrener Experte für grüne Geldanlagen, hat mehr als 300 nachhaltige Finanzprodukte im Angebot. Finden sie mit uns Ihr passendes Anlagekonzept.

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Nachhaltige Staaten – Die USA

Freitag, 24. Februar 2017
Zusammenfassung: Die USA erreichen im Ranking der nachhaltigsten Staaten den 25. Platz. Besonders das weitere Engagement des Staates im Bereich der Erneuerbaren Energien und des nachhaltigen Konsums wird aktuelle problematisch gesehen. Insgesamt zeigen die USA jedoch auch Defizite in der Armutsbekämpfung und in der Gleichberechtigung. Abzuwarten ist auch, welche Handlungsfelder der neue US-Präsident vorrangig besetzen wird und ob Trump den Wahlkampfslogan von der „Klimalüge“ weiter aufrecht erhalten wird.

 

 

Nachhaltigkeitspolitik in den USA – mit dabei aber nicht in der ersten Reihe.

Mit der Verabschiedung von 17 gemeinsamen Zielen durch die Vereinten Nationen sind alle Staaten der Welt seit 2015 verbindlich aufgefordert, bis zum Jahr 2030 die nationalen Weichen für mehr Nachhaltigkeit zu stellen. Dazu zählt die Sicherung der Grundbedürfnisse wie Ernährung und Zugang zu sauberem Trinkwasser genauso wie gesteigerte Anstrengungen in Sachen Klimaschutz, Bildung, Chancengleichheit sowie eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Ziel ist es, die Lebensgrundlagen zu verbessern und auch für die kommenden Generationen zu gewährleisten.

 

Im SDG-Index (Sustainable Development Goals), der die Zielerreichung der einzelnen Länder bewertet, lautet die Devise allerdings nicht „America first“. Die Vereinigten Staaten von Amerika rangieren hier auf Platz 25. In den Top Ten vertreten sind alle 5 skandinavischen Länder, sowie Deutschland, Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Großbritannien.

 

Im dritten Teil unserer Serie zu nachhaltigen Staaten nehmen wir daher die Nachhaltigkeitspolitik der USA genauer unter die Lupe.

 

 

Das Land der grenzenlosen Gegensätze

Die USA – kaum ein anderer Staat setzt so viele positive wie negative Assoziationen frei. Auch beim Thema Nachhaltigkeit sind die USA das Land der unbegrenzten Gegensätze. So stehen auf der einen Seite Vorreiter des Nachhaltigkeitsdenkens wie Jimmy Carter, Al Gore und Leonardo DiCaprio. Auf der anderen Seite wurde Klimawandelleugner Donald Trump als Präsident vereidigt.

 

Bewahrenswertes Naturerbe – zum Beispiel der Yosemite Nationalpark.

Der ehemalige US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter beauftragte den Kongress während seiner Amtszeit 1977 mit der umfassenden Umweltstudie „Global 2000 – Zeit zum Handeln“. Die Studie untersuchte Zustand und Entwicklung der Umwelt und den daraus resultierenden Auswirkungen auf die Menschheit bis zum Jahr 2000. Die international viel beachtetet Studie prognostizierte massive Umweltprobleme, eine Bevölkerungsexplosion und wies – bereits 1980 – auf die deutlichen Signale einer von Menschen verursachten Klimaveränderung hin. Das Werk gilt noch immer als richtungsweisend in Fragen der Umwelt- und Klimapolitik.

 

Al Gore, US-Vizepräsident unter Bill Clinton und ebenfalls Friedensnobelpreisträger setzte diesen Weg in den 90er Jahren fort und veröffentlichte mehrere umweltpolitische Bestseller, in denen er vor den Umweltproblemen der Zeit und der ungerechten weltweiten Ressourcenverteilung warnt. Sein bekanntestes Werk, „Eine unbequeme Wahrheit“ , griff dezidiert die Gefahren der Erderwärmung durch den exzessiven CO2-Ausstoß auf. Der auf dem Buch basierende Film wurde sogar 2007 mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Al Gore ist auch nach seiner politischen Laufbahn dem Umweltthema treu geblieben: Seit 2004 ist er Vorsitzender von „Generation Investment Management“, einem Unternehmen, das sich wie die Grünes Geld GmbH auf Investments im Nachhaltigkeitssektor spezialisiert hat.

 

Auf das Medium Film setzt auch US-Schauspieler und UN-Friedensbotschafter Leonardo DiCaprio. Der Titanic-Star ist bereits seit mehreren Jahren im Klimaschutz aktiv und hat im vergangenen Jahr mit seinem Dokumentarfilm „Before the Flood“ eindringliche Bilder über die bereits sichtbaren Auswirkungen der Erderwärmung auf die Menschen weltweit gezeigt. Einen wichtigen Beitrag gegen die weltweite Klimakrise sieht er dabei im Ausbau Erneuerbarer Energien.

 

Die aufgeführten Beispiele zeigen eine Seite der Vereinigten Staaten, die sich den aktuellen Herausforderungen wie die Verteilung des Reichtums, Klimawandel und nachhaltiger Umgang mit unseren Ressourcen nicht verschließt. Die andere Seite der USA ist ebenfalls bekannt: Die USA steht mit einem CO2-Ausstoß Anteil von 15,99 Prozent (jährlich rund 17 Tonnen pro Person) auf dem unrühmlichen 2. Platz hinter China (jährlich rund 7 Tonnen pro Person), das für einen prozentualen Anteil von 28 Prozent der weltweiten CO2 Emissionen verantwortlich ist. Für den aktuellen Lebensstandard der USA hinterlässt das Land den tiefsten ökologischen Fußabdruck weltweit. Um seine Bedürfnisse zu decken, benötigen die USA 6 Planeten, der weltweite Durchschnitt liegt derzeit bei 1,35 Planeten. Und während Barack Obama mit seinem „Clean Power Plan“ Kohlekraftwerken im Land strenge Emissionsgrenzen vorschrieb, ist seit diesem Jahr mit Donald Trump ein Kohle-Lobbyist und Leugner der Klimakrise Präsident der USA.

 

 

Wie geht es weiter mit der Energiepolitik der USA?

Der Amtsbeginn des neuen US-Präsidenten wird international kritisch in Hinblick auf die weitere Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen begleitet. Befürchtet wird ein Ausbremsen der Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele, besonders im Bereich der Energiepolitik.

 

Denn um die Gefahren des fortschreitenden Klimawandels tatsächlich zu reduzieren, sind vor allem die Länder gefragt, die zu den Hauptverursachern der Treibhausgase gehören. Nach der Unterstützung des Pariser Abkommens durch die USA bestand berechtigte Hoffnung auf ein Umdenken. Nachdem jedoch Trump mehrfach den Klimawandel als Verschwörungstheorie gebrandmarkt hat, befürchten Experten weltweit einen herben Rückschlag für die internationale Klimaschutzpolitik. Diese muss sich gegebenenfalls auch ohne die USA weiter bewegen, um eine globale Dekarbonisierung voranzutreiben.

 

 

No Fake – Faktencheck Nachhaltigkeit

Der SDG-Index bewertet nach einem Ampelsystem, wie weit ein Staat die 17 definierten Nachhaltigkeitsziele bereits erreicht hat. Im Fall der USA , steht die Ampel lediglich in 2 Bereichen auf grün: Der Zugang zu saubere Trinkwasser und sanitären Anlagen sowie im Bereich Industrie, Innovation und Infrastruktur. 3 der 17 Ampeln stehen auf gelb, nämlich in den Nachhaltigkeitsfeldern Gesundheit, Bildung und nachhaltige Kommunen. Die verbleibenden 12 Ampeln zeigen auf rot. Besonders bitter: Hier schneidet nicht nur die Entwicklung im Bereich der sauberen Energieentwicklung und im nachhaltigen Konsum schlecht ab. Die USA zeigt auch extreme Defizite in der Armutsbekämpfung und Gleichberechtigung. Das belegt, dass die UN-Nachhaltigkeitsziele auch für reiche Industrienationen weiterhin eine Handlungsaufforderung darstellen.

Die Vereinigten Staaten von Amerika können sich theoretisch vollständig selbst mit Energie versorgen. Der Gesamtverbrauch von rund 4.000 Milliarden kWh entspricht einem pro Kopf Verbrauch von rund 12.000 kWh jährlich. Damit stehen die USA im Energieverbrauch weltweit an zehnter Stelle.

 

EU-weit werden rund 18 Prozent der Energie nachhaltig erzeugt, Deutschland führt dabei mit fast einem Drittel Ökostrom-Anteil. Dagegen zeigen die USA in diesem Bereich extremen Nachholbedarf. 36 Prozent des Energieverbrauchs wird noch mit Erdöl gedeckt, 29 Prozent aus Erdgas, 16 Kohle und 9 Prozent aus Atomkraft. Immerhin 10 Prozent stammen aus Erneuerbaren Energien, die in den vergangenen Jahren zunehmen ausgebaut wurden.

 

Allerdings fehlt hier ein nationales tragfähiges Konzept für Solar-, Wind-, Biomasse- und geothermischer Energie. 29 US-Bundesstaaten haben sich jedoch selbst freiwillige Ziele gesteckt, um den Ausbau Erneuerbarer Energien voran zu bringen. Vorreiter sind hier Vermont und der Sonnenstaat Kalifornien.

 

 

Nachhaltigkeit braucht ein Konzept

Das Beispiel der USA zeigt, dass es ohne ein politisch und gesellschaftlich getragenes Konzept schwer ist, Nachhaltigkeitsziele konsequent umzusetzen. Die Anstrengungen lohnen sich jedoch sicher.

 

Seien Sie konsequent in der Verfolgung Ihrer Ziele und setzen Sie auf nachhaltige Geldanlagen. Denn das Geld, das Sie hier investieren bringt nicht nur eine positive soziale und ökologische Entwicklung ins Rollen sondern lässt auch Ihr Vermögen wachsen. Grünes Geld, Experte für nachhaltige Geldanlagen, berät Sie zu mehr als 300 nachhaltigen Finanzprodukten. Hier finden Sie Ihr Finanzkonzept.

 

 

Carmen Junker

Verfasser des Beitrages: Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker:“ Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

7. World Water Forum in Korea hat begonnen

Montag, 13. April 2015

 

 

Alle 20 Sekunden stirbt ein Kind wegen fehlendem oder verschmutztem Wasser – das sind 1,5 Millionen vermeidbare Todesfälle jedes Jahr, so der UN World Water Development Report, 2012. Die Menschheit weiß ob der Herausforderungen mit dem Wasser, alleine die Lösung fällt offensichtlich schwer. Ein nächster Schritt wird seit gestern, 12. April 2015, im südkoreanischen Daegu Gyeongbuk gegeganen. Dort treffen sich rund 35.000 Teilnehmern zum 7. World Water Forum, um die wichtigsten Aufgaben zu identifizieren und anzugehen.

 

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Delphine im Pazifik: Wasser ist lebensnotwendig (Bild: Grünes Geld GmbH)

7. World Water Forum im Überblick

Veranstalter: World Water Council (UN nahe Organisation) zusammen mit der gastgebenden Nation und der gastgebenden Stadt

 

Teilnehmer: Internationale Organisationen, Regierungen, öffentliche und private Unternehmen, professionelle Netzwerke und Akademien, Nichtregierungsorganisationen (NGO’s), insgesamt mehr als 35.000 Teilnehmer erwartet

 

Zeitraum: 12. April 2015 bis 17. April 2015

 

Erstes World Water Forum: 1997

 

Vorbereitende Maßnahmen: rund 2 Jahre mit regelmäßigen Meetings und umfangreichem Berichtswesen

 

Hauptziele des 7. World Water Forum

 

Das 7. World Water Forum wird sich auf die Umsetzung der beim 6. World Water Forums (Marseille, Frankreich, 2012) gefunden Lösungen, konzentrieren. Folgende wichtige Punkte werden deshalb besprochen:

 

– Schritt von der gefunden Lösung zur Implementierung

– Übertragungen der Kenntnisse aus Wissenschaft und Technik auf die Wasserthemen

– Sicherstellung einer hohen Priorität für Wasser in den Sustainable Development Goals (SDGs)

 

 

Zusammenspiel Wasser und Finanzen eines der Hauptthemen auf dem 7. World Water Forum

 

Die Finanzierung der benötigten Wasser Infrastrukturprojekte ist von jeher eine der ganz großen Herausforderungen. Deshalb wird am 13. April 2015 der High-Level Panel Infrastructure Financing for a Water-Secure World abgehalten. Es ist unbestritten, dass die Finanzierung sowohl aus öffentlichen wie auch aus privaten Quellen geschehen muss. Geleitet wird das Panel vom General Secretary der OECD, Angel Gurria.

 

 

Privater Geldgeber für die Lösung der weltweiten Wasserthemen können Sie übrigens ganz einfach auch selbst werden. Über unsere Musterdepots Wasser können Sie ganz bequem ihr Geld in Unternehmen wie Anbietern von Meerwasserentsalzungsanlagen, Filter-Hersteller oder Wasserinfrastruktur-Anbietern investieren. Breit gestreut in rund 150 verschiedene Unternehmen bleibt das Risiko klein und der finanzielle Anlageerfolg sollte groß werden (Durchschnitt der letzten 5 Jahre: 13,7 Prozent pro Jahr).

 

 

7. world water forum interessante Wassergeldanlagen

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

4 Fakten über die Klimakonferenz in Lima die Sie bestimmt noch nicht kannten

Montag, 01. Dezember 2014

 

 

Der Schlitten bleibt in der Garage, die Rentiere rennen nicht sondern grasen auf saftig grünen Weiden. Keine Geschenke. Der Weihnachtsmann kann bereits in diesem Jahrhundert nicht mehr vom Nordpol aus starten. Soviel steht fest – das ewige Eis wird weg sein. Ein Umzug nach Grönland oder die Westantarktis werden nichts bringen – Schnee- und eisfrei. Die Ergebnisse ungezählter Studien und Untersuchungen lassen keinen anderen Schluss zu, als dass die Klimakatastrophe von Menschenhand gemacht ist. Deshalb wird sich heute, am 1. Dezember 2014, die mittlerweile 20. UN-Klimakonferenz im peruanischen Lima versammeln. [Die letzte Konferenz war in 2012 in Doha – hier interessante Ergebnisse einer Umfrage, die wir vorher durchführten und die erstaunlich gut die Ergebnisse vorhersagten.]

 

 

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Lima in Peru: Hier findet ab 1.12.2014 die 20. UN-Klimakonferenz statt (Karte: Google Maps).

 

 

 

Für uns Grund genug, Ihnen 4 Fakten über die Klimakonferenz der 195 teilnehmenden Länder zu präsentieren, die Sie so wahrscheinlich noch nicht kannten. Man sollte sich dazu vor Augen führen, dass sich die Länder bereits 2010 einigten, die  Klimaerwärmung auf 2 Grad Celcius zu begrenzen.

 

Fakt 1: Zwischen den offiziellen Zielen und den Selbstverpflichtungen der Länder klaffen Welten

 

Davon, dass wir die Klimaerwärmung vermeiden oder rückgängig machen wollen, spricht ohnehin niemand mehr. Aber zumindest auf maximal 2 Grad begrenzen – darauf haben sich die Länder geeinigt. Das Problem: nachdem der Top-Down Ansatz (Wieviel dürfen wir maximal emittieren? Das dann herunter gebrochen auf die Länder) nicht funktionierte, will man nun mit Selbstverpflichtungen agieren. Jedes Land soll sich selbst zu Klimazielen verpflichten, die dann zum gewünschten Ergebnis führen sollen.

 

Gemessen werden die globalen Treibhausemissionen übrigens in Gigatonnen CO2-Äquivalenten. Davon emittierte die Erde 1990 rund 35 pro Jahr. Im Jahr 2000 dann rund 38 per Anno. Weitere 1o Jahre später, also 2010, waren es schon 47 (!). Ohne Änderungen wären es in 2050 rund 80. Um das 2 Grad-Ziel zu erreichen benötigt man jedoch eine Senkung bis 2050 auf nur noch 20 Gigatonnen. Und jetzt raten Sie mal, wo wir mit den freiwilligen Selbstverpflichtungen der USA, China, der EU und der anderen Länder in 2050 wirklich heraus kommen würden?

 

Bei gut 60 Gigatonnen pro Jahr, also 3x soviel wie geplant. Das entspräche dann einem 3,6 Grad Szenario der Erderwärmung. Wie die Reduktion von 60 (freiwillig) auf 20 gelingen soll, ist eine ungelöste Frage.

 

Fakt 2: Die Lösungsvorschläge der einzelnen Staaten sind nicht vergleichbar

 

In Lima sollen alle Staaten ihre Lösungsvorschläge für ihre eigenen Einsparungen vorschlagen. Nur: die Vorschläge werden vollkommen unterschiedlich aussehen und überhaupt nicht vergleichbar sein.

 

So geht Deutschland von einem Basisjahr 1990 aus. Von diesem Stand aus sollen die Emissionen bis 2020 um 40% gesenkt werden. In 1990 haben zum Beispiel noch die DDR-Industrieanlagen und Heizungen für einen sehr hohen CO2-Ausstoß gesorgt, so dass Ziele für Deutschland mit der Basis 1990 einfacher zu erreichen sind. Die EU folgt dem Beispiel Deutschlands und nimmt ebenfalls 1990 als Basisjahr.

 

Anders die USA: Dort wird 2005 als Basisjahr verwendet. Nach dem Wirtschaftsboom der 1990er Jahre waren die Emissionen damals sehr hoch. Dann kamen die Finanz- und Wirtschaftskrise so wie der Fracking-Boom (klimaschonendes Gas statt Kohle) und senkten die Emissionen automatisch.

 

Indien oder China haben gleich eine ganz andere Idee: Statt eine Deckelung oder Reduktion wollen sie ihre Treibhausgase in Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum dämpfen.

 

Wie soll damit etwas erreicht werden? Wie soll das überprüft werden?

 

Fakt 3: Es wird getrickst wo’s geht

Eine gute Idee ist die Anrechnung von Klimaschutzmaßnahmen, die eine Industrienation in Entwicklungsländern umsetzt und finanziert. Die damit erzielten Einsparungen darf sich das Industrieland anrechnen lassen. Aber Achtung: wer denkt, dass die Einsparungen nur einmal gezählt werden würde, kennt die komplizierten Wege internationaler Diplomatie nicht: auch das Entwicklungsland darf sich diese Einsparungen anrechnen lassen. Die Maßnahme zählt also doppelt. Effekt pro Jahr: rund 1,6 Gigatonnen zu viel gerechnet.

 

Ein anderer Fall: die EU möchte bis 2030 die Energieeffizienz um 27 Prozent erhöhen. Wie viel das an CO2 einspart hängt natürlich davon ab, wie viel Primärenergie überhaupt gebraucht wird. Studien aus dem Jahr 2007 sagen dazu, dass in 2030 rund 1.880 Mio. Tonnen Öl-Äquivalent verbraucht würde. Aber Achtung: mittlerweile gab es eine Finanz-, Wirtschafts- und Währungkrise. Aktuelle Studien gehen von einem Verbrauch in 2030 von nur noch 1.483 Mio. Tonnen aus. Entsprechend sollte die EU Ihre Zahlen anpassen – tut sie aber nicht, denn das könnte anstrengendere Ziele zur Folge haben.

 

Fakt 4: Ein Fingerzeit auf Entwicklungsländer ist nicht angebracht

 

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Pro Kopf-Emissionen in Tonnen: Deutschland muss auch noch viel tun (Grafik: Grünes Geld GmbH, Zahlen aus “Die Zeit”)

 

 

 

Wer sich die aktuellen Zahlen der Emissionen pro Kopf ansieht muss Unterscheidungen treffen. Ausreißer  wie Katar zeigen, wie man es nicht tun sollte. Industrienationen kann man gut vergleichen, dort stechen die USA sicherlich negativ heraus. Aber auch Deutschland liegt oberhalb des EU-Durchschnitts, was zwar mit der höheren Industriedichte zu tun hat, aber auch zeigt, dass in Deutschland noch viel getan werden muss. Indien schließlich hat allen Grund zu fragen, weshalb es CO2 einsparen soll, wo doch die spezifischen Werte noch weit von Industrienationen entfernt sind.

 

Das 2050-Ziel mit 2 Tonnen pro Kopf erscheint heute zwar kaum erreichbar, wäre bei entsprechender Anstrengung aber in 35 Jahren gut machbar.

 

Ein konsequente Umstieg auf die Erneuerbaren Energien würde helfen. Wir müssen das Ziel 100% Erneuerbare Energien anstreben. Dass das geht ist die Überzeugung aller Experten. Es muss nur intelligent gemacht werden. Gute Beispiele dazu zeigt auch Frank Farenski Film “Leben mit der Energiewende” der jetzt in einer neuen Version zur Verfügung steht. Er ist kostenfrei auf Youtube abrufbar.

 

Wer nicht nur auf die Politik waren möchte, kann jederzeit selbst aktiv werden. Neben der Dämmung der eignen 4 Wände, einer neuen Heizungsanlage oder dem Kauf von Photovoltaikzellen kann man sein Geld auch in Unternehmen investieren, die Klimaschutz aktiv voran treiben. Das bringt Klimaschutz und gute Renditen. Mehr dazu hier:

 

 

 

 

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Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: "Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten." Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

Weltwasser-Tag: 900 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Montag, 24. März 2014

Am 22. März 2014 war wieder Weltwassertag. Das auf der UN Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio 1992 beschlossene Event erinnert an die überragende Bedeutung von Wasser. Der diesjährige Tag stand unter dem Motto Energie & Wasser und will auf diese beiden eng vernetzten Themen hinweisen, die die Grundlage für ein menschenwürdiges Leben darstellen.

 

Während es für uns in den reichen Industrienationen selbstverständlich ist, Trinkwasser auf jedem Leitungshahn abzapfen zu können, haben 900 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für noch mehr Menschen, nämlich für 2,5 Milliarden, gibt es nach UN-Angaben keine sanitären Anlagen

 

Nach Angaben von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, sterben täglich 2.000 (!) Kinder an den Folgen von Durchfallerkrankungen, die fast immer auf schmutziges Trinkwasser, schwache Hygiene und fehlende Toiletten zurück zu führen sind. Praktisch alle dieser Todesfälle entfallen auf Entwicklungsländer; meist in Afrika oder Südasien. 

 

Es kann noch viel im Wassersektor getan werden. So fließen rund 80 Prozent des städtischen Abwassers unbehandelt in Seen, Meere oder Flüsse – in Entwicklungsländern bis zu 90 Prozent. Auf der anderen Seite gibt es mittlerweile sehr effiziente Anlagen, die sogar Toilettenabwässer wieder zu Trinkwasser aufbereiten können. Vorreiter ist der Stadt-Staat Singapur mit seiner Newater Fabrik. Ein Mikrofilter ist dabei im Einsatz. Stellt man sich die Wassermoleküle in der Größe eines Tennisballes vor, wäre ein Östrogenhormon im Vergleich so groß wie ein Fußball. Ein Virus wäre so groß wie ein LKW und ein Bakterium so groß wie ein Haus. Nichts davon könne die feinen Membranen dringen. Das Ergebnis: ein Wasser, das mindestens so sauber ist wie normales Trinkwasser. Und das sehr energiesparend hergestellt werden kann: Im Vergleich zur Alternative einer Meerwasserentsalzungsanlage benötigt es nämlich nur 1/3 der Energie

 

Dabei ist der Wasserkonsum weiter gewaltig. Es sind weniger die Menschen, die direkt Wasser trinken. Größere Mengen fließen in Landwirtschaft oder Industrie. 

 

Hier die unglaublichen Mengen von „virtuellem Wasser„, das zur Produktion von Alltagsgütern gebraucht wird. Hierbei fließen unter anderem Transporte ein, Bewässerung, Maschinenerstellung, etc. (Details: http://www.wasserfussabdruck.org/index.php?page=files/home):

 

Grafik: Verbrauch von Wasser zur Produktion von verschiedenen Alltagsgütern

 

 

Wer etwas gegen die Wasserarmut in vielen Teilen der Welt tun möchte und dabei sein will bei der Lösung von eines der dringlichsten Probleme der Menschheit, kann seine Geldanlage dafür nutzen. In den Musterdepots Wasser sind Kapitalanlagen zusammengefasst, die in Meerwasserentsalzungsanlagen, Klär- und Reinigungsanlagen ebenso investieren wie in Kanal- oder Rohrleitungssysteme oder andere Technologien die helfen, die Wasserversorgung der Menschen sicher zu stellen. Die erzielten Renditen lassen sich dabei ebenfalls sehen: jährlich 16,8% in den letzten 5 Jahren!

 

 

Link zu Musterdepots Wasser

 

 

Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.

 

Klimagipfel in Polen verkommt zur Farce

Mittwoch, 27. November 2013

Gerade erst wurde durch den Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen bekannt, dass der Ausstoß an schädlichen Treibhausgasen noch höher ist als angenommen. Trotzdem kamen die Delegierten beim Klimagipfel in Polen in den vergangenen beiden Wochen über ein Minimalergebnis – das nur durch eine eintägige Verlängerung der Konferenz erreicht werden konnte – nicht hinaus.

 

 

 

Foto aus Flugzeug mit HorizontDas Klima: eine Erhöhung um mehr als 2 Grad birgt unkalkulierbare Risiken

 

 

“Diese Konferenz war ein einziger Betrug. Eigentlich sollten hier weitere Schritte zum Senken der Emissionen beschlossen werden, stattdessen ist das Gegenteil passiert: Japan hat seine Ziele gesenkt, Australien beschneidet seine Klimagesetze, Brasilien präsentiert eine rasant beschleunigtes Abholzen seiner Regenwälder. Noch dazu bedroht das vollständige Versagen der Industriestaaten, ihre bestehenden Finanzierungszusagen einzuhalten, die Ärmsten der Armen“, so Martin Kaiser, Leiter der Greenpeace-Delegation in Warschau.

 

So lässt sich das 2-wöchige Spektakel “COP” in Warschau wohl am besten umschreiben. Neben Greenpeace hatten am Donnerstag auch der WWF, BUND und Friends of the Earth die UNO-Weltklimakonferenz unter Protest verlassen.

 

Schon der Veranstaltungsort Polen rückte die Konferenz in ein negatives Bild, denn durch seine Bemühungen die heimische Kohleindustrie zu schützen gilt Polen als einer der größten Bremsklötze im Kampf gegen den Klimawandel. So konnten dann auch nur Grundzüge eines neuen Klimaschutz-Abkommens festgelegt werden. Das letzte Abkommen, das Kyoto-Protokoll, lief 2012 aus und wurde auf der letzten Konferenz bereits verlängert. Statt von “Verpflichtungen” spricht man in den neuen Abkommen auch nur noch von “Beiträgen zum Klimaschutz”.

 

Das neue Klimaschutzabkommen soll auf der nächsten Konferenz in einem Jahr in Paris zustande kommen. Zumindest solle es dann alle Länder umfassen, also auch die größten Umweltverschmutzer China und USA. Um konkrete Maßnahmen zur Vermeidung von CO2-Emissionen geht es auch kaum noch, größte Streitpunkte sind eher Zahlungen von Industrienationen zu stärker betroffenen Schwellenländern.

 

 
Portraitfoto Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf auf Xing, Facebook oder Twitter.